- Zwei Badeebenen
- Sauerstoff-Therapiebecken
- Jod-Whirlpools
- Kaltwasserwhirlpool
- Kleinkinderbecken
- Außenbecken
- Strömungskanal (führt von innen nach außen)
- Erlebnisgrotte






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| Beckenvielfalt | |
| Hygiene | |
| Temperatur | |
| Rutschen | |
| Umkleiden | |
| Personal | |
| Eintrittspreis | |
| Gesamtnote | (1.9) |
Die Bewertung der Wasserrutsche(n) zählt doppelt!
Aqualand
Merianstr. 1
50765 Köln
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Merianstr.
Aqualand ![]()
Köln - besucht am 16.05.12
Das Aqualand liegt im Kölner Stadtteil Chorweiler, in unmittelbarer Entfernung zum Fühlinger See. Mit einer Looping- und einer Boomerangrutsche sowie vier weiteren Rutschen gibt es hier ein in NRW einzigartiges Rutschenangebot. Zu erreichen ist das Aqualand bequem über die A1, Anschlussstelle Köln-Fühlingen. Auch mit den Buslinien 121 und 120 (Richtung Langel bzw. Roggendorf/Thenhoven) ab dem S-Bahnhof Chorweiler kann man das Bad gut erreichen. Das Parken ist kostenlos, es gibt einen großen Parkplatz direkt vor dem Bad. Hauptbesuchsgrund waren diesmal die beiden neuen Röhrenrutschen, die Ende Dezember 2011 eingeweiht wurden.
Eingangsbereich des Aqualands mit Solarien und zahlreichen medizinischen Einrichtungen:

Das Bad gehört zur Kristall-Gruppe, wie auch z.B. der Kristall Palm Beach in Stein oder das Miramar in Weinheim. Beim Betreten des Bades fällt das auch sofort auf:

Die Eintrittspreise sind, zumindest für Kurzzeittarife, ziemlich gesalzen. Für 2 Stunden zahlt man fast 12 Euro, das ist schon ein stolzer Preis. Die Tageskarte ist nur 4 Euro teurer und lohnt sich daher deutlich mehr. Man zahlt somit für einen ganzen Tag knapp 16 Euro, was in etwa dem Eintrittspreis der Center Parcs entspricht. Das ist noch akzeptabel und für das Angebot im Aqualand angemessen.
Doch was ist das? Einmal durch die Tür - und man steht bereits (in Straßenschuhen, wohlgemerkt) im Schwimmbad. Denn die Umkleiden sind nur durch die Schwimmhalle zu betreten. Eine in unseren Augen recht unhygienische und unvorteilhafte Sache, da man nicht nur zum Betreten der Umkleiden diesen Weg nutzt, sondern später barfuß ebenfalls mehrmals dort entlangläuft.
Natürlich bietet dies dem Besucher einen ersten Überblick über das Aqualand:

Der renovierte Umkleidebereich mit Schließfächern:

Dieser Bereich war bis Ende 2010 noch ein echter Schwachpunkt, da alles ziemlich heruntergekommen wirkte. Nun befinden sich allerdings komplett neue Umkleiden (in ausreichender Zahl) und neue Schließfächer in diesem Bereich. Die braune Kachelung wurde durch helles Material ersetzt, sodass alles viel heller und moderner ausschaut. Etwas unvorteilhaft bleibt allerdings weiterhin, dass Straßenschuh- und Barfußbereiche nicht getrennt sind. Trotzdem ist der Bereich sauber. Die Schränke kann man mit der an der Kasse erhaltenen Plastik-Eintrittskarte verschließen.
Nun aber ab ins Bad!

Kurz einen Überblick verschaffen:

Das Thermalbad besteht im Wesentlichen aus einem großen Becken, welches sich auf zwei Ebenen verteilt. Die Atmosphäre im Bad ist sehr angenehm, es ist alles sehr hell und angenehm warm. Ich habe den Eindruck, dass früher mal mehr Pflanzen und Palmen im Bad waren, mittlerweile sieht es alles nicht mehr so grün aus. Ist aber nicht weiter schlimm, da in diesem Bad eher die orientalische Gestaltung im Vordergrund steht.

Die obere Badebene:


Im vorderen Bereich läuft das Becken flach aus und ist mit einer Leine vom tieferen Bereich abgetrennt:


Überblick über die Halle:


Die vordere Hälfte:

In der Mitte des Beckens befindet sich eine Insel mit 4 Jod-Hotwhirlpools:

Dahinter befindet sich eine Wasserfallgrotte:


Über diese Treppe gelangt man links zur unteren Ebene des Beckens:


Dieses ist mit diversen Attraktionen ausgestattet. Vorne an gibt es Sprudelliegen und weiter hinten einen Kaltwasser-Whirlpool:




Früher konnte man auch mal eine Fliesenrutsche nehmen, die einen direkt nach unten gebracht hat, diese ist allerdings schon seit Jahren gesperrt:


Auch witzig gemacht: aus dem oberen Becken fließt überschüssiges Wasser als Wasserfall in die untere Badebene:

Etwas tiefer gelegen befindet sich das "Sauerstoff-Therapiebecken". Dieses ist ein Heißbecken, versteckt in einer Grotte:

"Heißbecken" ist wörtlich zu nehmen! Das Becken ist fast schon zu warm. Im Winter ist das herrlich, im Sommer eher weniger.

Für die kleinsten Badegäste gibt es einen liebevoll gestalteten Kinderbereich, natürlich im Orient-Stil mit Zwiebeltürmchen:

Von den Becken her wirkt das Aqualand also schon mal überzeugend. Doch wofür wir eigentlich dort waren folgt jetzt:

Die Rutschen! Sechs Stück an der Zahl. Sie sind in einer separaten Halle zu finden, dem "Rutschenberg", welcher leider aufgrund des ebenfalls dort liegenden Außenbeckens etwas kalt ist. Der Rutschenbereich wird ständig erneuert und in den letzten Jahren wurden mehrere neue Rutschen gebaut. Auch seit Ende 2011 gibt es wieder zwei neue Rutschen - dazu später mehr. Begeben wir uns also in eine der größten Rutschenanlagen NRWs! Die Rutschen öffnen übrigens erst eine halbe Stunde später als das Bad selbst.
Der Rutschenbereich ist sehr schön gestaltet, wobei einige der Felsen durchaus mal eine neue Lackierung vertragen könnten:


Die bisher bekannteste und meiner Meinung nach auch nach wie vor beste Rutsche im Aqualand ist oben bereits zu erkennen: der gelbe "AquaLoop", die erste Indoor-Loopingrutsche der Welt. Diese war im Jahr 2009 die erste Rutschenneuerung seit den 90er Jahren und ist die zweite Loopingrutsche Deutschlands sowie NRW's. Weltweit ist es die dritte Loopingrutsche. Diese Anlage hat das Aqualand bundesweit bekannt gemacht - zu Recht, wie ich finde!
Über einen etwas versteckten Treppenaufgang geht es hinauf zur Startplattform:


Die Loopingrutsche im Aqualand ist die weltweit erste ihrer Sorte, die indoor untergebracht ist. Oben am Start, direkt unterhalb des Daches, steht immer ein Bademeister, der den Startvorgang überwacht und durchführt. Der Start dieser Rutsche ist etwas besonderes, da er im Gegensatz zur Loopingrutsche in Plettenberg ein "Raketenstart" ist:



Das Prinzip ist das Folgende: der Boden der Kapsel ist als Falltür ausgeführt. Jeder Rutscher steigt einzeln in die Kabine ein, lehnt sich mit vor der Brust gekreuzten Armen an der Rückwand der Kapsel an und der Bademeister schließt die Tür. Dann ertönen Soundeffekte oder ein Countdown, bevor sich mit einem lauten Knall die Falltür öffnet und der Rutscher mit enormer Geschwindigkeit in die fast senkrechte Röhre fällt. Manche lustige Bademeister machen sich einen Spaß daraus, die Klappe schon vor Ablauf des Countdowns zu öffnen oder den Badegast ohne Countdown in der Kabine schmoren zu lassen. Auch Witzigkeiten wie "Sorry, die Rutsche ist irgendwie kaputt, geht gerade nicht" und das daraufhin plötzliche Öffnen der Falltür sorgte für Abwechslung an der Rutsche. Das Personal ist im Aqualand sowieso extrem nett und richtig cool drauf, aber trotzdem aufmerksam und konsequent. Das ist etwas, was ich bisher in anderen Bädern ein wenig vermisse.
Man steht also oben in der Kabine, hört "Three... two... one... zeeeeero" und fällt daraufhin ins Bodenlose, 10 m Höhe werden in schnellster Zeit abgebaut:

Man schießt zuerst extrem schnell bergab durch den Felsen, dann geht es bergauf in den Looping. Zur besseren Verdeutlichung hier ein Foto von 2010, als der Boomerang (dazu gleich mehr) noch nicht die Sicht versperrte:

Über Kopf geht man im Looping nicht. Man merkt aber schon deutlich, dass man bergauf rutscht und im Looping merklich an Geschwindigkeit verliert. Nachdem man den Scheitelpunkt passiert hat, rutscht man wieder mit Vollspeed steil nach unten in Richtung Auslaufbecken, wo man relativ hart abgebremst wird.

Der Looping ist aus Sicherheitsgründen kein "senkrechter" Looping, wie man ihn von Achterbahnen kennt, sondern er ist leicht geneigt:

Für einen aufrechten Looping müsste die Startgeschwindigkeit so hoch sein, dass im Looping die in Deutschland maximal zugelassene Belastung von 2,6 g um ein Vielfaches überschritten würde. Aquarena entwickelte daher den schräggestellten Looping und patentierte diesen auch. Alle Loopingrutschen der Welt sind tragen folglich das Label "licensed by Aquarena".
Das Gewicht des Rutschers muss zwischen 40 und 130 kg liegen, das Limit ist also recht großzügig gehalten. Durch die Bergaufstrecke in der Rutsche kann es natürlich durch diverse geschwindigkeitsmindernde Faktoren (zu viel Badekleidung, zu geringes Gewicht etc.) dazu kommen, dass man den Scheitelpunkt des Loopings nicht erreicht und wieder zum tiefsten Punkt der Rutsche zurückgleitet. Aber keine Sorge: Erreicht man den Looping nicht, so bekommt der Lifeguard am Raketenstart sofort ein Signal und der Startvorgang wird unterbrochen. Am tiefsten Punkt der Rutsche kommt man folglich zum Stehen und wird dann aus dieser Notklappe befreit:


Um über den strengen deutschen TÜV zu kommen, ist die Rutsche gespickt von High-Tech-Elementen. Neben der Notklappe sind überall in der Rutsche Sensoren eingebaut und Teile der Bahn sind per Video überwacht. Die Kabinentür beispielsweise lässt sich wirklich erst dann öffnen, wenn der Vorausrutschende das Landebecken durch das Drehkreuz verlassen hat. Somit ist eine Kollision in dieser Rutsche ausgeschlossen.

Das Auslaufbecken verlässt man links durch das Drehkreuz:


Die Rutsche ist absolut klasse. Auch wenn der Looping in Wahrheit eher eine schräggestellte Kurve ist, macht das Ding Spaß, gerade wegen des Raketenstarts. Die Loopingrutsche in Plettenberg gefällt mir aber besser, da sie deutlich heftiger ist, auch ohne Raketenstart. Der AquaLoop im Aqualand ist aber auch absolut klasse! Ich würde auch gerne mal die ähnliche, aber doch viel höhere Loopingrutsche in Slowenien testen, die erste Loopingrutsche der Welt.

Die zweite Neuerung im Aqualand folgte Weihnachten 2010. Das AquaPendulum!

Das AquaPendulum ist eine orangefarbene Boomerangrutsche, allerdings in einer recht kompakten Version. Er ist vom Prinzip her vergleichbar mit der Monster Halfpipe im Galaxy Schwarzwald, allerdings ist die Anlage in Köln viel kleiner, deutlich niedriger und daher auch langsamer. Zudem handelt es sich im Gegensatz zum Schwarzwälder Modell um eine Kunststoffrutsche und nicht um eine Edelstahl-Anlage. Die Halfpipe wurde über den Rest der Rutschenlandschaft hinübergebaut und sieht somit etwas hineingestopft aus.
Mittlerweile ist die Rutsche nicht mehr ab 12 Jahren, sondern ab 8:

In ca. 6 Meter Höhe liegt das Auslaufbecken der neuen Rutsche. Bei unserem letzten Besuch durfte man lediglich die kleinen, gelben Reifen für die Rutsche nutzen, mittlerweile scheinen aber auch die großen Reifen erlaubt zu sein. Zudem hat man an einigen Stellen der Rutsche neue Seitenblenden angebracht. Für den Boomerang ist rechts neben dem Becken ein eigener Treppenaufgang errichtet worden:

Blick herauf zum Start:


Das Ampelsignal ist recht kurz eingestellt und wird über zwei Sensoren geregelt, sodass ca. alle 15 Sekunden ein Badegast starten kann. So sieht die Halfpipe aus:

Nach einer steilen Schussfahrt rutscht man hinten die Halfpipe hoch:


Danach rutscht man rückwärts wieder bergab. Dann muss man eine kleine Schwelle überwinden:



Darauf folgt das Landebecken:

Der Boomerang ist eine gute Ergänzung fürs Aqualand und macht Spaß, auch wenn die Anlage recht klein ist. So eine Boomerangrutsche ist zudem in unserer Gegend einmalig. Die "richtigen" Halfpipes, wie man sie z.B. im niederländischen Splesj findet, gefallen mir aber besser, da man dort mehrmals auf und ab pendelt und man nicht nur einmal die Wand hochrutscht und dann wieder runter. Trotzdem eine nette Rutsche und ein Alleinstellungsmerkmal in NRW.
Neben dem Auslaufbecken des Boomerangs starten zwei mehr oder weniger parallele Crazy Rivers:


Diese beiden Rutschen sind offene Wildwasserrutschen für Reifen und existieren bereits, seitdem das Bad eröffnet wurde (90er Jahre). Diesen Rutschentyp kennt man z.B. aus den Alpamare-Bädern (Alpa Bob). Hier hat man gleich zwei Bahnen nebeneinander gebaut, die einen Doppelstart haben und kurz danach in ein gemeinsames Zwischenbecken münden. Man merkt, dass diese Rutschen alt sind, denn in Bezug auf Planung und Konstruktion hätte man sicherlich einiges besser machen können. Besonders bei der rechten Bahn ist der Weg zum Zwischenbecken beschwerlich, da man durch die entstehende Strömung in der Kurve festsitzt und nur mit Geschicklichkeit vorwärts kommt. Dasselbe Problem tritt auch wieder nach dem Zwischenbecken auf.

Das Zwischenbecken:

Im Zwischenbecken kann man sich nun wieder für zwei Wege entscheiden:


Linke Seite:

Die linke Bahn führt nach einer Linkskurve ins Zwischenbecken:


Rechte Seite:

Die rechte Seite fand ich noch ein wenig spaßiger, da man - wie auf dem Foto oben erkennbar - direkt nach dem Zwischenbecken eine recht steile Stufe passiert und dort in ein Strömungsbecken rauscht. Macht wirklich viel Spaß. Beide Rutschen besitzen am Ende eine Helix, die teilweise durch eine Grotte führt und wo man doch recht hohe Geschwindigkeiten erreichen kann.



Die Rutschen enden dann in einem Flachwasserauslauf, an welchem man sich durchaus blaue Flecken zuziehen kann:


Die Crazy Rivers sind lustig, aber leider mit 70 und 80 m etwas kurz geraten. Etwas nervig sind auch die Zwischenstopps, in denen man manchmal kaum bis gar nicht ohne Aufstehen vom Fleck kommt. Trotzdem kann man hier gut mehrere Male rutschen, da die Wartezeiten aufgrund der fehlenden Ampel und des Doppelstarts eher gering sind.
Das alles kannten wir bereits vom letzten Jahr. Doch seit Ende 2011 gibt es wieder zwei neue Rutschen im Bad!

Die beiden alten, maroden Röhrenrutschen "Blauer Wal" und "Grüner Hai" wurden abgerissen, um Platz für zwei brandneue Röhren zu schaffen. Mit dem "Space Taifun" und dem "Red Star" gibt es nun zwei wirklich gute neue Rutschen im Bad.
Wendeltreppe nach oben:

Die beiden Hartwigsen-Röhren starten genau unter dem Dach des Bades, an derselben Stelle wie die Röhrenrutschen zuvor:


Auf der rechten Seite, wo früher der "Grüne Hai" zu finden war, startet nun die Röhrenrutsche Red Star:

Diese war bei den Besuchern seltsamerweise nicht beliebt und wurde kaum genutzt. Der Start ist mit einer Ampelanlage abgesichert, die aber extrem lange Rot zeigt. Nun war es leer im Bad, allerdings kann es bei größerem Andrang dadurch zu sehr langen Wartezeiten kommen.

Einen besseren Namen als Red Star hätte man gar nicht finden können:

Die Rutsche ist augenscheinlich eine ganz gewöhnliche 1200er-Röhre, doch überraschenderweise hat es die Rutsche wirklich in sich. Sie ist nämlich sehr schnell. So sieht die Anlage von außen aus:

110 m lang ist die Rutsche, die definitiv besser ist als die alte. Mir ist völlig schleierhaft, warum diese Rutsche so gut wie nie benutzt wird und sich die Badegäste lieber an der Rutsche links daneben anstellen. Red Star ist eine der heftigsten Röhrenrutschen, die ich bisher kenne!
Die Rutsche macht am Start einen Knick, läuft dann ein Stück gerade und führt daraufhin in einen Rechtskreisel:

In den Kreisel fährt man mit dem zuvor gesammelten Speed ein und beschleunigt dort noch viel mehr. Man spürt förmlich, wie man immer schneller und schneller wird und immer mehr in die Kurve gedrückt wird. Ich wurde sogar manchmal so schnell, dass ich auf dem Trockenen gerutscht bin. Nicht normal, wie schnell diese Rutsche ist.

Mit gehörig Speed fliegt man dann geradezu über diesen markanten Jump hinweg:

Durch diesen Jump wird man nochmal schneller. Wenn man zu schnell unterwegs ist, hebt man dort ab und schlägt dann mit voller Wucht wieder auf die Rutsche auf.
Nach dem Jump wird der Rutscher durch eine Linkshelix geschickt:

Danach gibt es einen Richtungswechsel und es geht durch einen Linkskreisel:

Kurz vor Ende gibt es noch einen scharfen Richtungswechsel, bevor die Rutsche nach einigen Daylight-Ringen endet.
Der Red Star ist echt eine brillante Röhrenrutsche mit einem unglaublichen Speed. Trotzdem rutscht sich die Röhre sehr "smooth", die Nähte sind top verarbeitet und man tut sich nicht weh. Definitiv ein Highlight und eine der besten Röhrenrutschen, die ich bisher kenne.
Das Landebecken der alten Röhrenrutschen wurde so belassen, Red Star endet auf der im Bild rechten Seite:


Auf der linken Seite der Rutschenplattform startet die zweite neue Rutsche, der schwarz-gelbe "Space Taifun":


Diese Rutsche ist eine Besonderheit. Es handelt sich nämlich um eine Trichterrutsche! Damit besitzt das Aqualand die erste Trichterrutsche in Nordrhein-Westfalen und die vierte in ganz Deutschland. Warum dies nicht als Werbemittel eingesetzt wird, ist mir ein Rätsel, ich vermute, dass das Aqualand gar nicht weiß, dass diese Trichterrutsche in NRW vollkommen einzigartig ist. Werbewirksam ist auch die Tatsache, dass es der erste überdachte Trichter Deutschlands ist.

Die Rutsche ist von der Bauart her relativ seltsam, die Anlaufröhre vor dem Trichter hat nämlich keinen Turborutschendurchmesser, sondern ist eine ganz normale "dicke" Röhrenrutsche vom Typ RR D=1200, also mit 120 cm Durchmesser. Das hatte ich bei einer Trichterrutsche zuvor noch nie gesehen. Trotz der dicken Röhre handelt es sich um einen Bodyslide-Trichter. Der Start der Anlage ist mit einem Drehkreuz abgesichert, welches erst nach Verlassen des Trichters durch den Vorausrutschenden wieder freigegeben wird (Steuerung durch Lichtschranken). Ab 8 Jahren darf gerutscht werden.

Die Rutsche besteht abwechselnd aus gelben und schwarzen Elementen. Den Beginn bildet eine Linkskurve, die mit bunten Daylight-Ringen versehen ist:

Danach folgt eine gerade Strecke mit spiralförmig verdrehten Daylight-Streifen:


Dieser Effekt ist wirklich cool, denn durch die verdrillten Streifen hat man den Eindruck, dass sich die Röhre dreht.
Nach der Geraden folgt ein fetter Jump mit Airtime:

So einen heftigen Jump habe ich in einer normalen Röhrenrutsche noch nicht oft gesehen. Ausnahmen bilden da lediglich die Black Hole im belgischen Maaseik sowie die Black Hole im Wonnemar Wismar. Durch diesen Jump werden bestimmt 3 Meter Höhenunterschied auf einmal abgebaut, sodass man dementsprechend hart beschleunigt wird. Trotzdem wird man nicht so schnell wie bei anderen Trichterrutschen.
Nach dem Jump geht es durch eine recht enge Rechtskurve schließlich in den Trichter:


Hier kommt man hinein:

Im Trichter sackt man erst einmal gefühlt ein paar Meter nach unten, da sich die Röhrenmündung relativ weit oben befindet. Der Trichter selbst ist wie die Rutsche schwarz-gelb gefärbt, allerdings größtenteils dunkel. Durch eine Stelle an der Oberseite fällt Tageslicht ein. Als Effekte gibt es weiße Blinklichter und als besonderes Extra kalten Nebel. Wirklich sehr gut gemacht. Man dreht nun zwei oder drei Runden, bevor man sehr langsam wird (oder sogar stehen bleibt).
Der Trichter ist nicht wie sonst eher üblich ein Plumpstrichter (Loch in der Mitte ins Wasserbecken), sondern eher vergleichbar mit dem Space Bowl im Galaxy Erding. Es schließt sich hier nämlich nach dem Trichter noch ein Röhrenstück an. Dieses ist in eine Art Kegel in der Mitte des Bowls eingebaut. Allerdings kommt es fast immer vor, dass man in Richtung Röhre krabbeln oder gar laufen muss, da man im Trichter doch sehr langsam ist.

Das Röhrenstück nach dem Trichter:

Dieses ist sehr zügig, es handelt sich dabei wieder um einen sehr steilen Jump, diesmal aber als Kurve in Richtung Landebecken. Auch dieser ist von innen dunkel, es gibt Daylight-Punkte an der Oberseite der Röhre. Danach endet die Rutsche links neben Red Star im Rutschenlandebecken:

Insgesamt also eine absolut einzigartige Rutsche und sicherlich eine der Hauptattraktionen im Bad. Die Rutschfahrt an sich sollte man aber keinesfalls mit einem Tikibad-Cycloon oder dem Trichter im Monte Mare Obertshausen vergleichen, dafür ist er zu langsam. Doch trotz der nicht allzu hohen Geschwindigkeit macht das Teil wirklich Spaß und besonders die Effekte sind nett gemacht. Was allerdings unbedingt verbessert werden muss, ist der Treppenaufgang. Es gibt nun eine extrem enge Wendeltreppe, die zu zwei Rutschen führt. Bei unserem Besuch war es sehr voll und die Gäste standen noch bis weit vor den Anfang der Treppe an - allerdings nur für den Trichter. Red Star wurde eigentlich nie genutzt und die Ampel war ständig grün. Allerdings ist es extrem schwierig bis unmöglich, sich an den wartenden Badegästen der Trichterrutsche bis nach oben durchzukämpfen. Eine zweite oder eine breitere Treppe ist in unseren Augen unbedingt notwendig.
Beide neuen Rutschen sind auf jeden Fall ein Zugewinn fürs Aqualand und sind tausendmal besser als die alten Röhren, die sehr schmerzhafte Nähte hatten und extrem heruntergekommen waren. Besonders der Blaue Wal, der statt einer Vollröhre aus zwei übereinandergesetzten Elementen bestand, polierte einem ständig die Knochen und man kam nur mit blauen Flecken unten an. Als kleinen Rückblick hier noch ein paar Bilder der alten Rutschen, die nun endlich Geschichte sind.






Das Rutschenlandebecken:

Das Außenbecken ist ebenfalls im Rutschenbereich untergebracht:


Blick aus der anderen Richtung:

Der Außenbereich mit Sprudelliegen:


Im Hintergrund erkennt man ein pavillonartiges Gebilde. Darunter verbirgt sich ein Solebecken, welches leicht erhöht liegt und ebenfalls vom Rutschenbereich aus zugänglich ist:


Etwas ungünstig ist, dass man erst durchs Freie laufen muss und dann ins Becken gelangt. Einen Schwimmkanal nach draußen gibt es leider nicht. Somit muss man besonders im Winter frieren, wenn ins Solebecken möchte. Immerhin ist das Becken überdacht, sodass man auch bei schlechtem Wetter zumindest von oben nicht nass wird.
Um den Außenbereich führt außerdem ein Strömungskanal herum. Dieser führt dann in die untere Badebene des Innenbereichs zurück:




Auch einen Gastrobereich gibt es im Bad:


Dieser befindet sich links vom Erlebnisbecken auf einer Plattform und ist richtig gut! Es gibt eine vielfältige Auswahl an Speisen und diese schmecken wirklich gut. Mit unter 5 Euro für Currywurst/Pommes sind auch die Preise human. Es gibt ein reichhaltiges Buffet und viele Sitzmöglichkeiten. So sollte eine Schwimmbadgastronomie immer sein! Neben dem Gastrobereich befindet sich direkt das Kleinkinderbecken.
Außerdem gibt es noch die sogenannte "Erlebnisgrotte":


In dieser Höhle gibt es diverse Dampfbäder, Salzkristalle, Duschen etc. Ist wirklich nett gemacht, bei viel Betrieb herrscht hier aber manchmal ein etwas unangenehmer Geruch vor.

Fazit: Die beiden neuen Rutschen (Space Taifun und Red Star) sind eine enorme Steigerung im Vergleich zu vorher! Mit Looping-, Trichter- und Boomerangrutsche bietet das Aqualand direkt drei Rutschen, die man in unserer Region sonst gar nicht oder nur sehr selten findet. Die Beckenlandschaft ist ebenfalls sehr gelungen, es gibt viele große Becken und auch genügend Möglichkeiten zum Entspannen. Die Bademeister sind auch wirklich nett und lassen sich auch den ein oder anderen Spaß nicht nehmen. So muss das sein! Einzige Kritikpunkte sind der Eintrittspreis, der doch etwas hoch ist, sowie die Kälte im Rutschenbereich. Besonders die 2-Stunden-Karten schlagen mit sehr hohen Preisen zu Buche, die Tageskarte lohnt sich hingegen wieder. Insgesamt also ein klarer Ausflugstipp! Das Aqualand Köln ist für mich mit dem AquaMagis in Plettenberg die Nummer 1 in NRW. Ein besonderer Tipp ist die Lasershow, die in den Wintermonaten regelmäßig stattfindet.
User-Kommentare zu diesem Bericht
| rutschenfan aus dortmund schrieb am 04.04.2013 - 20:14 Uhr: Hallo, |
| Margot schrieb am 25.02.2013 - 22:11 Uhr: mit der Red star war angenehm überrascht,eine superschnelle Rutsche,die Taifun finde ich unangenehm,man fliegt aus der Röhre in den Trichter hinein und knallt im Trichter schmerzhaft auf und wird sofort langsamer.Mit Reifen wäre die Taifun witzig.Die anderen Rutschen sind klasse. |
| Wilhelm schrieb am 06.09.2012 - 04:08 Uhr: Hallo, ich komme gerade vom Aqualand. Ich hatte Geburtstag und den freien Eintritt genutzt. Ausserdem war Mittwoch und ab 19:00 im ganzen Bad Fkk angesagt. Um auf den Punkt zu kommen; nackig schaffe ich in der Trichter-rutsche locker 4 Runden. (Allerdings habe ich auch ein stattliches Lebendgewicht von ca. 140 kg.) |
| Uli schrieb am 24.07.2012 - 15:22 Uhr: Es gibt insgesamt 5 Whirlpools im Badbereich, die im Wechsel zu je 2 und 3 sprudeln. Öfter sind ein oder zwei außer Betrieb. Meines Wissens wird kein Jod mher zugesetzt. Das Bad verfügt über eine großzügige Saunalandschaft. |
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