- Wellenbecken
- Jod-Solebecken
- Außen-Thermalbecken
- Außen-Flussbad mit Strömungskanal und Whirlpools










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| Gesamtnote | (2) |
Die Bewertung der Wasserrutsche(n) zählt doppelt!
Alpamare Zürichsee
Gwattstrasse 12
CH-8808 Pfäffikon
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Seedamm-Center (außer So.)
Alpamare ![]()
Pfäffikon (CH) - besucht am 02.04.12
Erste Station auf unserer Schweiz-Tour war der größte Rutschenpark der Schweiz. Die Rede ist natürlich vom Alpamare am Zürichsee, welches ein großer Bruder des Alpamares in Bad Tölz ist, das wir vor zwei Jahren besucht haben. Der Wasserpark wurde im Jahr 1977 eröffnet und war bis zur Eröffnung der Therme Erding der größte überdachte Rutschenpark Europas. Rutschenmäßig gibt es am Zürichsee deutlich mehr Auswahl als in Bad Tölz, weswegen das Alpamare Pfäffikon unter Rutschenfreunden eine der bekanntesten Adressen ist. Es gibt einen riesigen Parkplatz direkt vor dem Bad.
Der Haupteingang:

Vom Eingang aus muss man nun mit dem Fahrstuhl eine Etage nach oben fahren, um zur Kasse des Wasserparks zu gelangen. Alternativ kann man auch außen herumlaufen und über die Treppe zum direkten Wasserparkeingang laufen:

Der Kassenbereich:

An der Kasse wird man freundlich empfangen und kann durch die großen Fenster bereits einen Blick ins Bad werfen. Einen Blick wirft man sicher auch auf die Preistabelle. Eine Tageskarte im Alpamare kostet unter der Woche sagenhafte 49 Franken, am Wochenende sogar 52 Franken. Das sind umgerechnet mehr als 40 Euro pro Person (!!!) und damit ist das Alpamare Pfäffikon mit Abstand das allerteuerste Bad, das ich jemals besucht habe. Selbst das vollkommen überteuerte Alpamare in Bad Tölz kostet "nur" 34 Euro pro Person. Ich frage mich, ob die Schweizer grundsätzlich das Dreifache verdienen wie die Deutschen, denn anders kann ich es mir nicht erklären, dass sich eine dreiköpfige Familie überhaupt einen Besuch leisten kann. Auch im Aquaparc Le Bouveret sind die Preise ähnlich hoch.
Rechts herum geht es dann zu den Umkleiden:

Wie auch in Bad Tölz ist in Pfäffikon alles nicht mehr so wirklich neu und scheint seit der Eröffnung in den späten 70er Jahren nicht groß modernisiert worden zu sein. Die Umkleiden sind aber schön geräumig und die Schränke schließt man mit seiner Eintrittskarte ab. Die Duschen sind deutlich moderner als in Bayern und sehr sauber. Besonders gut gefällt mir, dass an jeder Dusche ein Spender für Duschgel und Shampoo angebracht ist, sodass man nicht ständig zum Schrank laufen und sein eigenes Duschgel holen muss.
Aus den Duschen betritt man dann die Schwimmhalle. Dort findet man das Wellenbecken:

Das Wellenbecken liegt unter einer Holzdecke und ist recht groß. Die Wellen haben mich total überrascht - die sind genial, denn sie sind sehr hoch und tragen einen beim Brechen schön mit. Die Kraft der Wassermassen ist wirklich erstaunlich und macht riesig Spaß. Das ist bisher das beste Wellenbecken, was mir jemals begegnet ist! Der Wellenbetrieb wird mit einem lauten Soundeffekt angekündigt. Ich hoffe immer noch, dass eines Tages auch in Deutschland solche heftigen Wellen zu finden sein werden.
Hier im Innenbereich war es das aber jetzt schon mit den Becken! Ja, richtig gelesen: drinnen gibt es nur das Wellenbecken! Kinderbereich? Whirlpool? Fehlanzeige. Aber dafür gibt es draußen noch ein paar Becken, und diese sind auf Entspannung und Relaxen ausgelegt. Neben dem Wellenbecken befindet sich der Ausschwimmkanal in die "Alpatherme":

Die Alpatherme ist herrlich warm und eignet sich perfekt zum Entspannen. Der Clou ist, dass unter Wasser Musik gespielt wird. Das hatte ich zuvor auch noch nicht wirklich oft gesehen.
Ebenfalls gelungen ist die Wasserfallgrotte mit Sitzbänken:


Außerdem gibt es in diesem Becken einige Sprudelliegen sowie Massagedüsen unter Wasser.

Abgesehen von diesem Außenbecken gibt es auch noch das "Flussbad" mit einem Strömungskanal und zwei Whirlpools:

Und auch ein sogenanntes Jodsolebecken, welches durch auffallend gelbes Wasser durch den hohen Jodgehalt gekennzeichnet ist. Dieser Bereich ist erst ab 16 Jahren freigegeben, was auch recht streng kontrolliert wird. Besonders im Winter stelle ich mir die warmen Freibecken herrlich vor.
Ja, und das waren jetzt wirklich alle Becken. Ganze vier Becken im 80er-Jahre-Stil, und dafür der hohe Eintrittspreis? Doch halt: da ist ja noch der gigantische Rutschenbereich. Und dieser rechtfertigt auch den Eintrittspreis. Stolze 10 vollwertige Rutschen zählt diese riesige Anlage. Die meisten davon sind von Klarer, es sind aber auch andere Hersteller vertreten. Eines vorweg: der Rutschenbereich im Alpamare ist der allerbeste, der mir bisher begegnet ist. Selbst die Therme Erding und das Tikibad kommen nicht ans Alpamare heran. Der Rutschenbereich ist ebenfalls recht alt, aber gerade das gefällt mir. Ernsthaft, ich finde, solche alten Rutschenbereiche haben was. Während neue Anlagen meist recht steril und eben modern wirken, strahlen alte Anlagen fast schon was Schauriges aus und haben wirklich Flair. Das hatte mir in Bad Tölz schon irgendwie gefallen.

Wenn man den Rutschenbereich betritt, gelangt man zuerst zum "Alpa Bob":

Der Alpa Bob ist ein Crazy River von Klarer, wie er auch im Alpamare in Bad Tölz steht. Eine genaue Länge weiß ich nicht, ich schätze die Bahn aber auf etwa 150 m Länge, also schon ordentlich lang. Gerutscht werden darf nur mit Reifen, die man sich zuvor im Untergeschoss am Landebecken abholen muss:

Die Bahn führt nach einer kleinen Stufe schon ins erste Ruhebecken:



Hier wird übrigens die neue Attraktion 2012 beworben, die augenscheinlich eine Magic Tube von Klarer wird oder etwas ähnliches.
Nach dem Zwischenbecken folgt ein etwas steilerer Drop, danach kommt eine Rechtskurve und dort dann direkt das nächste Becken:


Und dasselbe Spiel nochmal. Eine Rechtskurve:

Und dann volle Fahrt voraus ins nächste und letzte Becken:


Hier spaltet sich die Rutsche nun auf. Entweder kann man links oder rechts weiterrutschen. Die Wahl ist im Prinzip egal, da beide Routen in etwa gleich zum nächsten Becken führen, allerdings kommt das der Kapazität natürlich zugute und somit ist eigentlich immer freie Bahn. Der letzte Teil besteht im Prinzip aus drei direkt aneinander liegenden Rundbecken.

Die Gabelung hier mal im Detail:


Ins finale Endbecken geht es dann entweder hierher:

Oder hier:

Das Landebecken:

Im Landebecken herrscht in der Mitte ein lustiger Strudel, auf welchem man im Reifen sitzend Pirouetten drehen kann. Witzige Sache.
Die Rutsche ist ganz nett, aber definitiv kein Highlight. Zum Entspannen ist die Rutsche nett, die vielen Zwischenbecken sind aber etwas nervig. Trotzdem ist die Anlage besser als in Bad Tölz, da sie wenigstens schön thematisiert ist und auch eine Verzweigung hat, die etwas Abwechslung aufkommen lässt.
Rechts neben dem Startbecken von Alpa Bob findet der Badegast drei weitere Rutschen:

Mini Canyon, Wildwasser und Balla Balla. Wir beginnen ganz links beim Mini Canyon:



Der Mini Canyon ist eine normale Großwasserrutsche von Klarer, die wohl vor nicht allzu langer Zeit mal neu beschichtet worden ist. Der erste Teil der Rutsche ist mit einer Tunnelabdeckung versehen, da die Bahn kurz nach draußen führt. Danach führt die Rutsche offen weiter durch die Halle:


Die Rutsche ist bestens für Familien geeignet, da sie nicht allzu schnell ist. Ich würde sie mit dem Alpa Run in Bad Tölz vergleichen, bloß etwas harmloser. Mit der richtigen Technik kann man hier aber auch sehr hohe Geschwindigkeiten erreichen. Besonders die letzte Kurve ist dann wirklich heftig und man hat Angst, aus der Bahn zu fliegen, was aber natürlich nicht passieren kann. Mit den Speedmatten, wie man sie auf dem Alpa Run ist Tölz nutzen darf, stelle ich mir diese Rutsche noch witziger vor.
Der Flachwasserauslauf liegt direkt neben dem Endbecken des Alpa Bob:


Rechts neben Mini Canyon startet die Rutsche "Wildwasser":


Wildwasser ist eine etwas seltsame Rutsche. Vom Typ her ist sie genauso wie Mini Canyon, darf aber nur mit Reifen genutzt werden. Auch diese Rutsche ist zuerst eine geschlossene Röhre und führt danach offen weiter. Unterwegs liegt noch eine Wasserdüse auf dem Weg.
Die Rutsche mündet dann nach etwa 100 Metern in einen Crazy River:

Dieser Crazy River schlängelt sich dann seinen Weg durch eine Grotte:

Schließlich mündet dieser River wiederum in den letzten Teil des Alpa Bob:

Die Rutsche fand ich jetzt nicht so toll. Die Reifen sind deutlich zu breit für die Anlage, zumindest für den Teil vor dem Crazy River. Ohne Reifen macht die Rutsche deutlich mehr Spaß, ist aber nicht erlaubt. Der erste Teil der Rutsche ist absolut nicht für Reifen konzipiert. Da ist der Mini Canyon doch um einiges besser.

Das Highlight der Rutschenreihe dort ist zweifelsohne die "Balla Balla":


Balla Balla ist eine Turborutsche von Proslide - Typ "TunnelTWISTER". Die beiden Turborutschen Blits und Flits im Tikibad beispielsweise sind vom selben Typ. Balla Balla ist die längste Bodyslide Europas: mit einem Röhrenstück von 111 m und einem offenen Stück von 150 m Länge misst die Rutsche stolze 261 Meter!
Die Rutsche von außen (die ganz linke, schwarze Röhre):

Der Start:

Der Einstieg ist mit einer Ampel abgesichert, die aufgrund der riesigen Länge der Rutsche selbstverständlich recht langsam schaltet. Die Balla Balla war daher auch die einzige Rutsche, bei der es bei unserem Besuch zu Wartezeiten (allerdings deutlich unter 5 Minuten) kam.
Der Buzzer rechts neben dem Einstieg startet übrigens die Zeitmessung. Unten am Auslaufbecken befindet sich ein weiterer Buzzer, der die Zeit wieder stoppt. Die Rutschzeit kann man dann nicht nur unten am Auslauf, sondern auch oben am Einstieg ablesen:

Kommen wir zur Rutsche. Der erste Teil der Bahn ist eine dunkle, geschlossene Röhre mit ein paar Lichteffekten:


Der Röhrenteil ist wirklich sehr rasant und es gibt viele Schlenker, in denen man schön hochschaukelt. Durch den engen Durchmesser kommt einem die Rutsche noch schneller und heftiger vor. Zwar nicht so heftig wie bei einer "richtigen" Turborutsche, aber schon schnell. Es war hier ohnehin nicht das Ziel, eine Speedrutsche zu bauen, man hat lediglich den geringeren Durchmesser verwendet. Man beschleunigt dort immer mehr und mehr, hat uns gut gefallen.

Nach 111 Metern durch die dunkle Röhre geht es openair weiter:

Und selbst wenn ein Meteoritenhagel oder ein Tornado übers Land fegt: die outdoor verlaufenden Rutschen sind auch im tiefsten Winter in Betrieb!
Natürlich gibt es hier auch die entgegen der Rutschrichtung zeigenden Pfeile, die für Verwirrung sorgen sollen:

Ein lustiges, aber vollkommen sinnfreies Reifenkarussell ;)



Dieser Wasserkran lässt eigentlich kaltes Wasser auf den Rutscher niederregnen, war aber leider ausgeschaltet:

Auf älteren Onride-Videos dieser Rutsche erkennt man, dass es wohl früher noch mehr Effekte gab (kalter Sprühnebel von oben etc.), leider war dies alles nicht in Betrieb.
Nach den 150 Metern durch den Außenbereich hat man insgesamt 261 Meter zurückgelegt und landet dann im Auslaufbecken im Tal:



Balla Balla ist eine absolut geniale Rutsche, die extrem viel Spaß macht, unglaublich lang ist und zudem noch die eine oder andere Überraschung eingebaut hat. Außerdem bringt einen die Rutsche direkt in den Keller des Bades bzw. ins Talgebäude, wo die anderen Rutschen enden und von wo aus man in den Hauptrutschenturm gelangt. Macht riesig Spaß und ist auf jeden Fall eine der besseren Wasserrutschen.
Die anderen sechs Rutschen des Bades starten von einem separaten Aufgang aus. Und dieser ist folgendermaßen angelegt: die Landebecken liegen im Tal in einem separaten Landegebäude, die Starts im Alpamare-Komplex auf dem Berg. Dazwischen führt ein überdachter Treppenaufgang hinauf. Da die Rutschen alle so gut wie komplett hangverlegt sind, sind kaum Stützpfeiler notwendig gewesen.
Der Aufgang nach oben:


Nun kommen wir in den interessantesten Teil des Parks, denn nun folgen die wirklich heftigen Rutschen.
Wir beginnen auf der ganz rechten Seite bei der zweitneuesten Rutsche des Parks. Beim "Tornado"!


Der Tornado ist ein "Super Crater" von Van Egdom - eine Reifen-Trichterrutsche also. Eröffnet wurde die Rutsche im Jahr 2004. Vom Modell und der Farbgebung her ist die Rutsche fast identisch mit der Trichterrutsche im niederländischen Openair-Wasserpark Splesj, allerdings ist die Anlage hier im Alpamare deutlich höher, länger und schneller. Gerutscht werden darf ausschließlich mit Doppelreifen, der schwerere der beiden Rutscher muss vorne sitzen.
So sieht die Rutsche von außen aus:

Startbecken:

Bei Grünlicht geht es los. Zuerst macht die Bahn einen Schlenker:

Dann geht es in die lange, steile Gerade:


Dieses Stück der Rutsche ist richtig gut gelungen. Denn durch das lange, konstante Gefälle rutscht man immer schneller und schneller talwärts - man spürt die Beschleunigung förmlich. Obwohl das Gefälle gar nicht so steil aussieht, bringt man es doch auf ordentlich Speed. Man wird hier deutlich schneller als auf der Anlage im Splesj. Typische Van-Egdom-Bahn!

Mit Vollspeed rauscht man auf die Rechtskurve am Ende des Tunnels zu:

Um dann mit ordentlich G-Kräften ins Herzstück der Rutsche zu gelangen:

Denn nun geht es in den Trichter!

Man wird ordentlich schnell in den Trichter lanziert und dreht dort munter seine Runden. Nach meinem Empfinden dreht man sich sogar fast genauso oft wie auf den Bodyslide-Trichtern, mindestens.

Wenn man nicht mehr genug Schwung hat, wird man in die Mitte des Trichters gespült, wo es durch die Öffnung in eine weitere Röhre geht:

Diese führt nach dem Trichter einfach nur noch ein Stück nach unten und ist vielleicht noch 5 bis 10 m lang:

Gerne wird man übrigens auch mal rückwärts von der Öffnung verschluckt:

Durch einen Wasserfall, der die kalte Luft draußen lassen soll, geht es dann ins Landebecken:


Die Rutsche hat mir gut gefallen. Sie ist schön rasant, hat eine große Kapazität durch die Doppelboote und es ist immer wieder aufs Neue eine Herausforderung, so viele Runden wie möglich zu drehen. Etwas suboptimal ist allerdings die Rinne, die den Rutscher zum letzten Röhrenstück leiten soll - dort kommt man manchmal komplett zum Stillstand und muss sich selbst anschieben, um vorwärts zu kommen. Sonst aber eine sehr gute Bahn, bisher die beste Reifen-Trichterrutsche, die ich kenne.
Neben der Trichterrutsche gibt es oben natürlich noch viel mehr!


Links neben der Trichterrutsche startet die "Cobra", augenscheinlich eine ganz normale Röhrenrutsche:


Die Cobra ist unter Rutschenfans eine absolute Legende und gilt als besonders brutal, sogar von Brandlöchern in der Badekleidung ist teilweise die Rede. Es handelt sich um eine Röhrenrutsche, die als "Schwierig" gekennzeichnet ist. Ich startete mit ordentlich Schwung, schließlich war die gleichnamige Rutsche in Bad Tölz ja auch nicht allzu brutal. Ein fataler Fehler, denn die Cobra ist die ALLER, ALLER, ALLERHEFTIGSTE "Nicht-Turborutsche", die ich überhaupt kenne!
Der Anfang sieht noch gar nicht so furchtbar heftig aus:


Dann kommt der erste Richtungswechsel, wo man schön hin und her schaukelt. Schon recht heftig, aber noch lange nicht das Heftigste:

Denn dann geht es eine extrem steil abfallende Helix bergab:

So eine steile Helix habe ich noch nie in einer Rutsche gesehen. Man erreicht hier Geschwindigkeiten jenseits von Gut und Böse, das ist unfassbar. Man beschleunigt urplötzlich auf ein Mordstempo, welches höher als auf so mancher Turborutsche ist. Mir blieb hier echt die Luft weg!
Und damit nicht genug: auf die Helix folgt direkt nochmal ein Drop mit ordentlich Gefälle, wo man durch den zuvor gesammelten Speed teilweise sogar abheben kann:

Nach dem Gefälle ist man folglich noch schneller unterwegs und wird durch einige extrem harte Richtungswechsel durchgeprügelt. Die Richtungswechsel sind so hart, dass man sich fast überschlägt. Ohne blaue Flecken wird man die Rutsche nicht verlassen. In Worten ist das kaum wiederzugeben, man muss diese Rutsche selbst getestet haben. Das ist die mit Abstand geilste und heftigste Röhrenrutsche, die ich je gerutscht bin. Für Ungeübte oder für kleinere Kinder ist die Bahn absolut nicht geeignet, für eingefleischte Rutschenfans aber das legendäre Nonplusultra und definitiv ein Muss. Ich hoffe, diese Rutsche wird uns noch lange erhalten bleiben.
Das Landebecken:


Und es bleibt heftig. Links neben der Cobra startet der Cresta Canyon:


Cresta Canyon ist eine 127 m lange Rafting Slide von Klarer. Eigentlich hat die Rutsche einen Doppelstart, allerdings war bei unserem Besuch die eine Seite des Starts geschlossen. Die Rutsche darf ausschließlich mit Einzelreifen genutzt werden.

Die Rutsche ist ebenfalls verdammt heftig und spaßig. Nachdem die Bahn nach draußen geführt hat, geht es erst einmal schön steil abwärts:

Und damit nicht genug: mit dem zuvor gesammelten Speed geht es einen zweiten Steildrop bergab, worauf direkt eine enge Rechtskurve folgt:


Durch diese zwei unmittelbar aufeinander folgenden Steilstücke hebt man ein Stück von der Rutsche ab, bekommt Airtime und fliegt ein ganzes Stück, bis man wieder auf die Bahn aufkommt. Da das ganze openair und ohne Tunnelabdeckung geschieht, hat man wirklich Angst, aus der Bahn zu fliegen. Ich hatte auf einer Rutsche noch nie Angst vor so etwas - hier hatte ich sie. Unglaublich, wie instinktiv man sich am Reifengriff festkrallt, wenn man plötzlich denkt, es katapultiert einen mitsamt Reifen aus der Rutsche...
Danach folgen noch einige schnelle Richtungswechsel:

Nach einem Stück mit Tunnelabdeckung endet die Rutsche dann rechts neben Cobra:

Die allerbeste Rafting Slide, die ich bisher gerutscht bin. Lang, brutal, schnell - so mag ich das. Warum man die Bahn nur mit dem mittleren Schwierigkeitsgrad versehen hat, ist mir ein Rätsel. Die Rutsche hat den höchsten verdient. So heftige Reifenrutschen findet man sonst nie!

Neben dem Cresta Canyon befindet sich ein Spukschloss, in dem sich eine weitere Rutsche verbirgt:

Der THRILLER!


Thriller ist eine 130 m lange Proslide-Reifenrutsche, die komplett abgedunkelt und mit ein paar Lichteffekten versehen ist. Sie ist sehr ähnlich mit der gleichnamigen Rutsche in Bad Tölz, die auch von Proslide ist und ähnliche Effekte hat. Genutzt werden darf die Rutsche nur mit Doppel- oder Dreierreifen. Am Start der Rutsche ertönen laute, gruselige Soundeffekte und aus der Röhre starren einem Augen entgegen, schön schaurig. Bei Grünlicht der Ampel geht die Fahrt durch die "Geisterbahn" los!



Die Rutsche ist von innen nur sehr spärlich beleuchtet. Allerdings weisen Lichteffekte den Weg durchs Dunkel. Am Anfang gibt es die schon beschriebenen, leuchtenden Augen, danach einige Glasfaserlichter an den Wänden der Röhre. Auch der eine oder andere (unbeleuchtete!) Wasserfall sorgt für kleine Schreckmomente:

Die Rutsche ist sehr schnell und hat einige wirklich unerwartete Kurven, in denen man Angst hat, aus dem Reifen zu fallen. Die Kurven kommen im Stockdunkeln und sind daher überhaupt nicht zu erahnen. Solche Black Holes mag ich deutlich lieber als solche, die mit Multimedia-Effekten vollgestopft sind bis obenhin und man daher gar nicht mehr diesen schönen Orientierungsverlust hat, der ja eigentlich der Sinn einer solchen Rutsche ist (oder zumindest früher mal war). Richtig schöne und vor allem aufregende Rutsche. Davon sollte es mehr geben.
Am Ende der langen Fahrt durchs Dunkel gibt es einen sehr steilen Jump, durch den man ordentlich beschleunigt und daraufhin ins Landebecken katapultiert wird:

Das Edelstahlbecken sieht auf dem Foto jetzt riesig aus, allerdings ist die Länge wirklich nötig, denn unter Umständen rutscht man fast bis zu den Treppenstufen am vorderen Rand. Kleiner dürfte das Becken auf keinen Fall sein.

Zwei weitere Rutschen gibt es noch, die sich links an die Thriller-Burg anschließen:

IceXpress und Doppelbob! Diese Rutschen sind als Eisberg thematisiert, was mir wirklich gut gefällt. Das habe ich in Bad Tölz ein wenig vermisst, denn dort stehen die Rutschen einfach dicht an dicht nebeneinander und es gibt kaum Theming. Hier hat man sich aber wirklich Mühe gegeben.
Wir beginnen beim IceXpress, einer Röhrenrutsche von Klarer:


Die 158 m lange Rutsche wurde im Jahr 2008 aufgebaut und ersetzt den ehemaligen "Niagara Canyon", der einen ähnlichen Verlauf hatte. Der IceXpress ist als hellblaue Röhre mit Daylight-Effekten, die thematisch an einen Eiskanal angepasst sind, ausgeführt.
Die Besonderheit dieser Rutsche ist, dass man die Bahn nicht nur als Bodyslide rutschen kann, sondern auch eine Speedmatte benutzen darf:

Diese Neoprenmatten haben vorne an zwei Haltegriffe. Man legt sich kopfüber und auf dem Bauch auf diese Matte, hält sich vorne fest und rutscht. Dadurch wird alles viel heftiger. Diese Matten darf man auch auf der Balla Balla benutzen, allerdings halte ich das für keine so gute Idee, da sich die Matten dort ständig an der Rutschenoberfläche festsaugen und man damit vollständig zum Stillstand kommt.
Der IceXpress von außen:

Zuerst wird die hellblaue Röhre von Daylightmotiven in Form von Eiszapfen beleuchtet:

Dann hechtet man steil bergab in eine Kurve mit Daylight-Ringen:


Die Rutsche ist, wie die anderen Rutschen im Bad auch, sehr schnell und heftig. Die Kurven sind zum Teil so steil, dass man regelrecht an die Wand geschleudert wird. Ich habe noch keine Rutsche erlebt, in der so viele Steilkurven eingebaut sind, wie in dieser hier. Außerdem ist die Rutsche extrem lang und hört überhaupt nicht auf. Im Mittelteil rutscht man noch durch eine Eishöhle und im letzten Teil ist noch eine Speedstrecke eingebaut. Absolut erste Sahne und definitiv eine der besten Röhrenrutschen, die ich kenne!
Das Landebecken:


Die zehnte und letzte Rutsche für heute ist der "Doppelbob" oder auch Double Bob Splash Pipe:

Die Double Bob Splash Pipe ist ein sehr langer Crazy River. Im Prinzip ein Outdoor-Alpabob ohne Zwischenbecken und mit viel mehr Gefälle. Gerutscht werden darf nur in den speziellen, schweren Doppelbooten:

Die Rutsche startet von einem separaten Raum aus, der deutlich höher liegt als der Rest der Rutschen:


Auch diese Rutsche hat einen Doppelstart, von dem eine Seite dicht ist:


Das erste Stück der Rutsche:

Die Double Bob Splash Pipe ist die wohl heftigste Crazy-River-Rutsche, die ich kenne. Sie hat deutlich mehr Gefälle als der Alpa Bob und durch die fehlenden Zwischenbecken bremst auch nix zwischendurch. Man wird wirklich extrem schnell und sollte unbedingt die Füße einziehen, denn man schlägt wirklich überall an. Sehr ruppiges und heftiges Rutscherlebnis. Mit 175 Metern ist diese Anlage sehr lang.

Besonders diese Gefällstrecke hat es in sich:

Denn hier folgen zwei Stufen unmittelbar aufeinander, was zu einem schönen Herumfliegen und Anecken des Bootes führt. Ziemlich heftig und dadurch, dass man zu zweit im Boot sitzt, nochmal eine Spur witziger.

Die letzten Meter der Rutsche sind übertunnelt:

Danach geht es ins Auslaufbecken:




Fazit: Das Alpamare Pfäffikon ist bisher mein absolutes Lieblingsbad, zumindest was Rutschen angeht. Die zehn Rutschen sind fast alle extrem gut und sehr heftig. Besonders Fans alter Rutschen werden hier auf ihre Kosten kommen. Rutschen wie Cobra, IceXpress oder Cresta Canyon sind legendär und findet man sonst eigentlich nirgendwo. Für Leute, die sich nicht für Rutschen interessieren, lohnt sich das Bad allerdings in unseren Augen nicht. Es gibt keinen Kinderbereich und innen gibt es nur ein Wellenbecken. Der Eintrittspreis verschlägt einem ebenfalls die Sprache, denn 52 CHF am Wochenende ist ein halbes Vermögen. Selbst Freizeitparks sind günstiger. Doch auch wenn es das teuerste Bad ist, das ich bisher besucht habe - es ist auch gleichzeitig das beste und schlägt Bad Tölz um Längen. Ein absolutes Muss für jeden, der auf heftige Rutschen steht. Der Eintrittspreis kostet leider die "++"-Bewertung, trotzdem mein klarer Favorit! Bitte packt das Bad auf eure To-Do-Liste, es lohnt sich auf jeden Fall und ihr werdet euren Spaß dort haben. Versprochen!
User-Kommentare zu diesem Bericht
| timo schrieb am 25.03.2013 - 12:32 Uhr: Tuberides ihr habt doch geschrieben das die Tornado die Neuste Wasserrutsche ist obwohr der icexpress 2008 gebaut wurde und die Tornado 2004 |
| Marc P. schrieb am 09.08.2012 - 01:58 Uhr: Hallo TR |
| FloGoetze schrieb am 29.07.2012 - 13:07 Uhr: bitte geht nochmal ins alpamare damit es |
| Alpmare-FrEaK schrieb am 19.07.2012 - 17:18 Uhr: Das beste Aquapark das ich je gesehen habe. War schon dort dreimal. Noch eine Wichtige Info: Im Alpamare Pfäffikon (also der Bericht jetzt hier denn ihr gelesen habt) hat eine neue Rutschbahn eröffnet sie heisst KingCone sie ist neben der Rutschbahn Tornado. Noch ne Frage an Tuberides könnt ihr nochmal in Alpamare Pfäffikon gehen. |
| AquaSlider schrieb am 07.07.2012 - 16:06 Uhr: BallaBalla ist zwar die längste \"reine\" Bodyslide Europas, aber im Wasserpark Odissea 2000 in Italien steht eine längere Rutsche, die sowohl mit als auch ohne Reifen berutscht werden darf, also auch als Bodyslide bentuzt wird. |
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