
Das Freizeitbad monte mare liegt in Obertshausen, einer kleinen Stadt im Kreis Offenbach in der Nähe von Frankfurt. Das Bad gehörte bis zum Jahr 2005 zur Atlantis-Gruppe, unter welche auch das Atlantis in Dorsten fiel. Nach der Insolvenz dieser Gruppe wurde das Freizeitbad von monte mare übernommen. Diese "Kette" mit Sitz in Rengsdorf, Westerwald, betreibt auch noch andere Bäder, z.B. in Reichshof-Eckenhagen, Rheinbach und Oer-Erkenschwick.

Bereits hier erkennt man deutlich die Parallelen zum Atlantis in Dorsten - die beige-gelbe Fassade mit den roten Fensterrahmen erinnert stark an dieses Bad.
Der Eingangsbereich:

An der Kasse wird man empfangen und zahlt als Erwachsener 8 Euro für 4 Stunden. Die Tageskarte kostet 2 Euro mehr. Für Kinder kosten 4 Stunden 6,50 Euro. Bei einer Zeitübertretung wird immer der nächsthöhere Tarif fällig.
Der großzügige und helle Schrankbereich:

An der Kasse erhält man bereits das Schlüsselband mit vorgegebener Schranknummer und einem Chip. Schränke gibt es mehr als genug und sie sind auch recht geräumig.

Beim Betreten der Halle sieht man zu seiner Rechten das 25-Meter-Becken:

Links daneben befindet sich das erste Erlebnisbecken:


Das Gebilde ganz rechts im Bild ist eine Plattform, die ein etwas erhöhtes Sprudelbecken (im Prinzip einen großen Whirlpool) beherbergt. Dort oben kann man sich entspannen und ist etwas abgelegen vom Rest des Bades.
Das Erlebnisbecken hat auch einen Außenteil:

Im Außenbereich gibt es drei Massageduschen, das Wasser hat eine angenehme Temperatur, ist aber nicht allzu warm.

Wieder drinnen. Hinter dem Erlebnisbecken sind säulenförmige Dekorationen aufgebaut:

Das Theming ist wirklich nett und auch nicht allzu häufig in anderen Bädern anzutreffen, auch wenn hier ein wenig die Gestaltung mit Pflanzen und Grün ein wenig fehlt. In dem Felsen befindet sich hier zudem eine Textil-Dampfsauna, die kostenlos zu benutzen ist. Zum Relaxen ist das einfach klasse und selbst als Nicht-Saunagänger kann man sich dort super erholen. Zusätzlich ist der Dampf mit ätherischen Ölen, Eukalyptus oder dergleichen aromatisiert. Ein kleines Highlight im Bad!
Direkt daneben hat man einen Bachlauf modelliert:

Weiter hinten in der Halle findet man das zweite, größere Erlebnisbecken. Direkt vorne an befindet sich der Strömungskanal:

Der Kanal umströmt eine Insel, auf der sich ein Whirlpool befindet. Der im Hintergrund des Strömungskanals zu sehende Felsen ist die bereits angesprochene Dampfsauna, die im Felsen untergebracht ist.
Der Rest des großen Erlebnisbeckens:



Der komplette Bereich:

Dekoschiff im hinteren Teil des Beckens:

Im Hintergrund ist die Gastronomie erkennbar:

Diese haben wir zwar nicht besucht, doch ein Eindruck bleibt: nur wenige Tage zuvor wurde von den "Küchenchefs" auf VOX die Gastro im Monte Mare Neustadt/Sachsen besucht, da diese nicht lief. Ein Grund waren die Salate, die schlichtweg Gemüse mit Dosendressing waren. Ich will mir jetzt kein Urteil erlauben, aber auf den Tellern der dort essenden Gäste sahen die Salate wirklich identisch aus wie die von den Kochprofis als "schlimmstes Essen, das sie je hatten" bezeichneten Speisen im Fernsehen. Eigentlich hätten wir dort gegessen, allerdings kam einfach keine Bedienung, sodass wir auf den Rückweg dann lieber das McDonald's im Frankfurter Hauptbahnhof vorgezogen haben... und zu den Preisen: für einen halben Liter Coca-Cola knapp 4 Euro zu verlangen, grenzt schon stark an Unverschämtheit. Sogar einen Euro Becherpfand muss man noch zahlen. Zum Vergleich: am Automaten kostet eine Halbliterflasche maximal 1,50 Euro.
Zurück zum Becken. Diese Schleuse...

...führt nach draußen, denn auch dieses Erlebnisbecken bietet einen Außenbereich:

Dieses Außenbecken bietet neben einer Schwalldusche auch noch einen runden, leicht abgegrenzten Teil mit Sprudeldüsen.

Am hintersten Ende des Schwimmbades ist der Kinderbereich eingerichtet:


Dieses Becken ist sehr flach und besonders warm, für die kleinsten Badegäste also ideal geeignet. Direkt am Becken befindet sich zudem eine Kindertoilette mit Wickelraum, sodass Eltern nicht immer durchs komplette Bad laufen müssen, sondern die entsprechenden Räumlichkeiten direkt am Kinderbereich nutzen können.
Die Grotte mit Wasserfall ist ein Blickfang:

Die Beckenlandschaft erinnert insgesamt auch stark an das Atlantis in Dorsten, obwohl die dort befindliche Glaskuppel in Obertshausen fehlt. Doch die hellblauen Wände, die roten Fensterrahmen und die Gestaltung mit den Felsen erwecken dann doch ein Déjà-vu.
Doch das Highlight des Schwimmbades ist natürlich das:

Zwischen Sportbecken und dem kleinen Erlebnisbecken liegt der Zugang in den Rutschenturm. Die Konstruktion des Rutschenturms ist außergewöhnlich. Statt eines Treppenhauses ist der Turm komplett offen gestaltet, d.h. in dem gigantischen Zylinder sind nur direkt an der Wand Treppen angebaut, die nach oben führen. Somit wirkt der Turm sehr groß und nicht so beengend wie die teilweise doch sehr engen Rutschentürme in anderen Bädern. Mittelpunkt des Turms ist der Trichter, um den herum die Treppen angeordnet sind.
In knapp 9 m Höhe startet die Reifenrutsche:


Der EN-Code auf der Anleitung ist leider nicht korrekt, dieser bezieht sich auf die eine Etage höher startende Black Hole. Dafür ist auf der Anleitung der Black Hole der Code der Reifenrutsche abgedruckt.
Start der Reifenrutsche:


Die Bahn von außen:


Die Rutsche ist zwar mit 84 m sehr kurz, aber recht rasant unterwegs. Nach einer recht steilen Rechtskurve gibt es einen Richtungswechel und dann auch noch einen Jump, der mit Reifen wirklich Spaß macht. Die Reifen sind relativ klein, sodass man in den Kurven auch man umkippen oder den Reifen verlieren kann, wenn man nicht aufpasst.
Die Rutschenlandebecken befinden sich alle nebeneinander. Auslauf der Reifenrutsche:

Etwas höher als die Reifenrutsche startet die knapp 100 m lange Black Hole:



Die "Black Hole" ist eigentlich gar keine, denn der Großteil der Bahn ist blau und hell. Lediglich der letzte Teil, ich sage mal 40 Meter, ist dunkel. Als Effekte gibt es ein paar ganz schwach leuchtende Lauflichtringe, ähnlich denen in der Black Mamba im Atlantis Dorsten. Von außen erkennt man auch noch einen Sternenhimmel und Blitzer - beides war außer Betrieb.
Der erste Teil der Bahn:

Hier auch gut zu erkennen, der letzte Teil vor dem Landebecken:

Vom Verlauf her ist die Rutsche relativ gemütlich und nicht besonders schnell. In sportlicher Rutschhaltung gibt es aber auch hier zwei ganz nette Kürvchen, in denen man schön hochschwingt - wie bei den alten FGGT-Rutschen, allerdings nicht ganz so ausgeprägt. Schade, dass die Effekte fast alle defekt waren.

Das Landebecken der Black Hole:

Rechts neben der Black Hole das gelbe Landebecken scheint von einer (noch) nicht gebauten Rutsche zu stammen. Da dieses Becken aber wohl schon seit langer Zeit leer dasteht, ist davon auszugehen, dass eine Erweiterung höchstwahrscheinlich nicht mehr stattfinden wird. Von der Auslaufart her könnte es sich um das einer Magic Eye oder einer Breitrutsche handeln.
Doch unser Hauptinteresse galt natürlich der Trichterrutsche!

Eine der drei Trichterrutschen in Deutschland steht hier im monte mare. Hersteller der Rutsche, Typ "Space Bowl", ist Hartwigsen. Diese Rutsche ist unter Kennern gefürchtet und berüchtigt. Das Geniale: der Trichter ist Mittelpunkt des Rutschenturms und alle Treppen sind um den Trichter herum angeordnet, sodass man beim Warten immer die Rutscher im Trichter beobachten kann. Wirklich eine gute Idee!

Die Trichterrutsche ist mit 11,50 m Höhe die höchste Rutsche im Turm:


Diese Rutsche ist ab 12 Jahren freigegeben, zudem sollte man sicher schwimmen können, da das Becken unter dem Trichter 2 Meter tief ist.
Start der Rutsche:

Der Zugang wird mit einem Drehkreuz geregelt, sodass man immer nur einzeln rutschen kann.
Die Rutsche startet wie eine gewöhnliche Turborutsche. Das Gefälle:



In dieser knapp 30 m langen Röhre baut man richtig Speed auf. Die Strecke ist als steiler Linksbogen ausgeführt; durch die Kurvenform wird man richtig schön in die Bahn gedrückt. Bereits hier ist man sehr schnell unterwegs. Man beschleunigt mehr und mehr. Stellenweise bleibt einem echt die Luft weg!

Die Rutsche führt dann nach innen, um den Rutscher mit Highspeed in den Trichter zu schießen:

Hier folgt dann die heftigste und härteste Stelle der Anlage. Beim Erreichen des Trichters wirken kurzzeitig, aber vollkommen unerwartet, sehr hohe Fliehkräfte, wodurch man ohne Körperspannung durchsackt oder mit dem Kopf aufschlägt. Etwas unangenehm ist das Bewässerungssystem im Trichter: statt einer gleichmäßigen Bewässerung an allen Stellen gibt es vier harte "Wasserfälle", die aus einer umlaufenden Hohlkammer kommen und einen ziemlich starken Druck haben. Wenn man den Kopf nicht nach links dreht, schlagen einem die Wassermassen förmlich ins Gesicht und vor allem in die Augen, was nicht besonders angenehm ist.

Im Trichter dreht man nun einige Runden, bis man schließlich langsamer wird und durch das Loch in der Mitte ins darunter liegende Tiefbecken fällt:


Hier steht immer Aufsichtspersonal - der Bademeister drückt auf einen Buzzer, sobald man durchs Drehkreuz gegangen ist, sodass die Ampel oben wieder grün wird. Da immer Personal anwesend sein muss, ist das natürlich mit Kosten verbunden. Um diese einzudämmen, ist die Trichterrutsche an Werktagen außerhalb der Ferien nur zeitweise in Betrieb. Die Öffnungszeiten der Rutsche sind dann:
- 11 - 12 Uhr
- 13 - 14 Uhr
- 15 - 16 Uhr
- 17 - 18 Uhr
- 19 - 20 Uhr
Die Trichterrutsche ist super! Sehr schnell, überraschend G-lastig und sehr gut verarbeitet - kein Vergleich zur Trichterrutsche im Tikibad, wo man mit jeder Fuge im Trichter tiefere Schürfwunden hat... der Trichter ist zwar nicht ganz so schnell und heftig wie dort, aber dafür angenehmer und auf keinen Fall schlechter. Schade, dass der Trichter nicht durchgehend in Betrieb ist.
Die drei Rutschenlandebecken, das der Trichterrutsche liegt links hinter der Säule:

Der Trichter ohne Wasser:

Auch am Start plätschert kein Wasser mehr:


Der ganze Turm noch einmal auf einen Blick:

Und noch ein Foto von außen:

Fazit: Das Monte Mare in Obertshausen ist definitiv das bisher beste der Kette! Mit der Trichterrutsche bietet das Bad eine sehr einzigartige Attraktion und auch die anderen Rutschen sind gut. Die Gestaltung in der Halle lässt leider ein wenig Grün vermissen und das Bad ist nicht besonders groß, trotzdem bietet es viele Wasserangebote und auch viele Möglichkeiten zum Entspannen. Stellenweise war die Wassertemperatur etwas kühl, aber nicht unangenehm. Der Eintrittspreis ist vollkommen angemessen. Ein absoluter Tipp für Rutschenfans!
| Bewertung (Schulnotensystem) | |
|---|---|
| Gestaltung / Theming | + |
| Vielfalt der Wasserangebote | + |
| Hygiene | + |
| Temperatur | O |
| Rutschen | ++ |
| Gastronomie | n.b. |
| Umkleiden | ++ |
| Sanitäre Anlagen | + |
| Personal (Bademeister) | + |
| Personal (Kasse) | + |
| Eintrittspreis | + |
| Gesamtwertung | + |
| ++ sehr gut; + gut; O befriedigend; Θ ausreichend; - mangelhaft; -- ungen. Die Bewertung der Wasserrutsche(n) zählt doppelt! | |



