
Im saarländischen Saarbrücken, nur wenige Kilometer von der Grenze zu Frankreich entfernt, liegt das Erlebnisbad Calypso. Die Messe sowie der Deutsch-Französische Garten sind ebenfalls nicht weit entfernt. Calypso ist das rutschenreichste und größte Erlebnisbad des Saarlandes. Mehrere Buslinien halten an der Haltestelle Messegelände, die direkt vor dem Bad liegt. Das Bad wird, bedingt durch die Lage, auch stark von Franzosen frequentiert. Das Bad wollten wir eigentlich schon länger besuchen, in den Sommerferien hat es endlich geklappt!

Über eine Treppe gelangt man zum Eingang des Bades:

Foyer mit Kasse:

Die Tageskarte kostet für Erwachsene 16 Euro, für Jugendliche 10,50 Euro. Ein recht happiger Preis, der deutlich über dem Durchschnitt liegt und in etwa vergleichbar ist mit den Aqua Mundos der Center Parcs. Allerdings gibt es auch günstigere 90-Minuten- sowie 3-Stunden-Karten. Auch gibt es recht attraktive Familienkarten.
Umkleiden:

Der Umkleidebereich ist recht verwinkelt und groß sodass man den Weg zu seinem Schrank erst einmal suchen muss. Die Schränke funktionieren auch hier mit dem bewährten Safe-O-Tronic-System: Chiparmband vor den Griff halten, umdrehen, verriegelt. Wenn man seine Schranknummer vergisst, kann man von einem der Chipleser Gebrauch machen, die einem die Schranknummer anzeigen. Leider funktionierte das bei unserem Chip zuerst nicht und wir konnten uns nur noch an den ungefähren Bereich erinnern, sodass wir alle Schränke in der Reihe durchprobieren mussten.
Die Duschen:

Alle sanitären Anlagen im Bad waren sehr sauber und wurden ständig gewischt. Die Hygiene ist im ganzen Bad ohnehin bemerkenswert, man erkennt nicht einen einzigen Schmutzfleck. Einfach vorbildlich!
Durch eine Schwingtür betritt man die helle, freundliche Halle:

Mittelpunkt bildet das Erlebnisbecken:


Das Becken ist angenehm warm und ist mit Sprudelliegen und Bodensprudlern ausgestattet. An einer Mauer befinden sich zudem Schwallduschen. Wirklich schön gemacht. Auch die geschwungene Form des Beckens ist außergewöhnlich.

Besonders überzeugt hat uns die Architektur des Bades. Die Besonderheit im Calypso ist, dass sich das Bad über ganz viele versetzte und verschachtelte Ebenen verteilt. Das haben wir in dem Umfang in noch keinem anderen Bad in Deutschland gesehen! Das Dach ist übrigens als Cabrio gestaltet, d.h. es kann bei entsprechenden Temperaturen teilweise zurückgefahren und somit fast unter freiem Himmel gebadet werden.

Neben dem Erlebnisbecken liegt leicht erhöht der Strömungskanal:


Der Kanal macht wirklich Spaß! Er ist recht kräftig, sodass man mitunter noch länger mitgetragen wird, als man es eigentlich will... hier werden wohl auch regelmäßig Wettbewerbe im "Gegen-den-Strom-Schwimmen" ausgetragen, was aber sehr schwierig sein soll. Ich habe es probiert - es ist fast unmöglich. Den Kanal kann man an zwei Stellen betreten und verlassen. Sinnvoll ist auch, dass der Kanal an kein anderes Becken angegliedert ist, sodass Nichtschwimmer nicht versehentlich in den Kanal gelangen können, wenn sie im Erlebnisbecken planschen.
Neben dem Strömungskanal befindet sich recht versteckt die "Big Laguna":

Benannt wurde besagte Laguna nach dem im Saarland ansässigen Radiosender Big FM. Big Laguna ist ein in einer dunklen Grotte untergebrachtes Warmbecken:

In der dunklen Lichtstimmung und mit dem warmen Wasser ist diese Grotte wirklich ideal zum Relaxen. Auch Sprudeldüsen sind ins Becken integriert.

In unmittelbarer Nähe zu dieser Grotte findet man auch zwei Whirlpools:

Der zweite Whirlpool liegt versteckt unter der Treppe und ist somit auf dem Foto nicht erkennbar. Beide Whirlpools sind angenehm warm.
Hier erkennt man gut die vielen Ebenen:

Geht man die Treppe nun ganz nach oben, gelangt man zu dem für uns interessantesten Teil: zu den Rutschen! Derer gibt es im Calypso vier Stück, alle von Hartwigsen. Mit vier Rutschen hebt sich das Bad deutlich vom Rest der Erlebnisbäder im Saarland ab - die meisten Bäder in der Umgebung können gerade mal eine Rutsche ihr Eigen nennen.
Zuerst gelangt man zum Startbecken des Wildwasserflusses:


Der Wildwasserfluss ist von Hartwigsen und einer der ersten seiner Art. Alle Rutschen im Calypso stammen aus dem Jahr 2001. Der Wildwasserfluss darf ab 8 Jahren benutzt werden, aufgrund der starken Strömung dürfen jüngere Kinder auch in Begleitung ihrer Eltern nicht rutschen. Darauf wird zum Glück auch gut geachtet.
Der Anfang ist wildwassertypisch aus eckigen Rutschenelementen gebaut:

Wie es sich gehört, schlägt man schön an den Kanten an, was ein heftiges Rutschfeeling gibt. Diesen Effekt kennt man von fast allen Wildwasserflüssen.

Nach nur wenigen Metern landet man schon im ersten Zwischenbecken (der erste Abschnitt ist hier fast komplett erkennbar):


Nach dem Zwischenbecken geht es mit einer Geraden weiter:

Durch einen Wasserfall und einen kurzen übertunnelten Teil gelangt man dann ins Freie. Dort wartet schon das nächste Zwischenbecken:

In diesem Becken ist eine recht kräftige Strömung vorhanden, die einen auch mal unter Wasser ziehen kann. Diese Stelle ist auch verantwortlich für die Altersfreigabe ab 8 Jahren. Zusätzlich zur Videoüberwachung schaute hier ab und an auch mal ein Bademeister nach dem Rechten, als es etwas voller wurde.

Nach dem Zwischenbecken geht die Bahn in eine gewöhnliche Halbschalenrutsche über:

Diese Rutsche sollte allerdings dringend neu verfugt werden, denn im jetzigen Zustand beschert dem Rutscher jede Fuge einen schönen blauen Fleck... wirklich nicht sehr angenehm.
Nach einem U-Turn führt die Bahn als Röhrenrutsche wieder nach innen:

Und endet dort in einem Ausläufer des Strömungskanals:

Der Wildwasserfluss ist lustig, aber leider mit nur gut 60 m Länge sehr kurz. Die durchschnittliche Länge eines solchen Wildwasserflusses liegt normalerweise bei ca. 100 Metern. Trotzdem sind wir hier gerne gerutscht und besonders die Strömung im zweiten (Außen-)Zwischenbecken macht großen Spaß.
Die Rutsche im Überblick:

Doch es gibt noch mehr Rutschen!


Hinter dem Startbecken des Wildwasserflusses geht es in den Hauptrutschenturm:

Die niedrigste Rutsche der drei ist die Coca-Cola-Turborutsche:


Die Rutsche startet auf 6,86 m Höhe und ist dabei 46,5 m lang. Diese Rutsche ist bereits ab 6 Jahren freigegeben - die Altersfreigabe ist somit sogar noch niedriger als auf dem Wildwasserfluss.
Start mit Drehkreuz:

Die Rutsche von außen:

Die Turborutsche ist sehr harmlos und ideal für Familien geeignet. Den Anfang bildet eine Steilstrecke, danach geht es recht sanft in eine Rechtskurve. Für richtige Schnelligkeit ist die Bahn leider definitiv zu niedrig. Aber immerhin dürfen die Badegäste bereits ab 6 Jahren rutschen, was bei Turborutschen nicht oft vorkommt. Von der Heftigkeit her ist die Rutsche vergleichbar mit der Turborutsche im Atlantis Dorsten, die ebenfalls von Hartwigsen um 2001 hergestellt wurde, allerdings ist die Kurve in der Dorstener Turborutsche heftiger.

Das Landebecken liegt im Keller des Erlebnisbades:

Auch das Landebecken muss man durch ein Drehkreuz verlassen, bevor der nächste starten kann.
Eine Etage höher starten zwei weitere Röhrenrutschen:


Auf der linken Seite startet die Black Hole:


Die Black Hole ist mit 99 m relativ lang und auch recht schnell. Der Großteil der Rutsche ist wirklich pechschwarz, sodass man die Orientierung verliert. Am Anfang hat die Rutsche Lauflichtringe, danach einen Sternenhimmel. Nach einem kurzen, etwas helleren Stück (ich vermute einen Wasservorhang mit Projektor, der aber defekt war) folgen noch Blitzer und ganz am Ende dann eine hellblaue Finalstrecke. Eine wirklich nette Black Hole.
Auslaufbecken (nein, der Reifen gehört nicht da rein ;) ):

Rechts neben der Black Hole beginnt die Rilchinger-Reifenrutsche:



Rutsche von außen (dunkelblaue Röhre):

Die Reifenrutsche ist recht rasant unterwegs und besonders in den letzten beiden Kurven schleudert es einen teilweise bis über die Mittelnaht der Röhre. Macht wirklich Spaß! Zum Rutschen darf man Einzel- oder Doppelreifen nutzen, wobei die Nutzung mit Doppelreifen deutlich spaßiger ist. Doppelte Beladung des Reifens heißt doppeltes Gewicht, und besonders dann kommen die Kurven extrem gut zur Geltung. Zusammen mit dem Wildwasserfluss unser Rutschenfavorit im Calypso!

Die Reifenrutsche endet links neben der Turborutsche:


Hinter den Rutschen liegt eine recht große Liegewiese mit Beachvolleyballfeld und Liegemöglichkeiten:

Auch draußen gibt es noch zwei Becken:

Die Außenbecken sind ganzjährig nutzbar. Links befindet sich ein gewöhnliches Erlebnisbecken, das im Sommer eine Temperatur von 28° und im Winter 32°C hat:

Ins Becken sind ein Strömungskanal und Sprudelliegen eingefasst:

Rechts befindet sich ein Solebecken:

Leider muss man, um die Außenbecken zu erreichen, immer noch ein Stück durchs Freie laufen. Einen Verbindungskanal nach innen gibt es nicht.
Neben den Ausgängen in die Außenbecken befindet sich der Kinderbereich:

Mit Piratenschiff, warmem Wasser und Minirutsche bietet der Bereich für die kleinsten Badegäste genug Attraktionen. Auch Liege- und Sitzmöglichkeiten für die Eltern sind drumherum angeordnet.
Rechts daneben gibt es eine Galerie mit dem obligatorischen Riesenschachspiel und weiteren Liegen:

Etwas erhöht befindet sich dann die Bademeisterstation.
Das Calypso bietet noch eine Besonderheit: diese Hängebrücke:


Diese ist durch einen versteckten Gang zu erreichen und führt zur Gastronomie, die ebenfalls über mehrere Etagen verteilt ist:

Die Gastronomie ist preislich voll in Ordnung und auch das Essen schmeckt. Der Betrag für das Essen wird auf den Chipcoin gebucht und beim Verlassen des Bades kassiert. So muss man nicht extra zum Spind rennen und sein Portmonee holen. Positiv ist auch, dass die Speisenauswahl recht groß ist.
Blick von der Gastronomie nach unten in Richtung Erlebnisbecken:

Hinter dem Gastronomiebereich findet man dieses Wasserlabyrinth, durch das es nur einen Weg gibt, auf dem man trocken bleibt:

Dahinter liegt das Sportbad:

Bedingt durch die Lage des Beckens (es gibt keinen direkten Weg zur Kasse) kann man keine "Nur-Sportbad-Tarife" anbieten, sodass auch Sportschwimmer den vollen Erlebnisbadeintritt zahlen müssen. Richtig klasse an dem Becken ist aber das Schnorchelriff. Unter Wasser gibt es in 3,60 m Tiefe eine modellierte Landschaft mit Schildkröten, Felsen usw., was man sich mit einer entsprechenden Schwimmbrille anschauen kann. In einem Sportbecken hatten wir so etwas zuvor noch nicht gesehen. Wirklich schön gemacht!


Fazit: Das Erlebnisbad Calypso hat uns wirklich gut gefallen. Das Bad bietet sehr viel, für jeden ist etwas dabei. Vor allem die verschachtelte Architektur überzeugt. Das Bad hat die meisten Rutschen im Saarland, wobei die Rutschen allesamt recht familienfreundlich sind. Die Wildwasserrutsche macht Spaß und auch die Reifenrutsche ist überraschend heftig. Das Personal ist durchweg sehr freundlich und nett. Lediglich der Eintrittspreis von 16 Euro für eine Tageskarte erscheint uns recht teuer.
| Bewertung (Schulnotensystem) | |
|---|---|
| Gestaltung/Theming | + |
| Vielfalt der Wasserangebote | ++ |
| Hygiene | ++ |
| Temperatur | + |
| Rutschen | + |
| Gastronomie | + |
| Umkleiden | ++ |
| Sanitäre Anlagen | ++ |
| Personal (Bademeister) | ++ |
| Personal (Kasse) | ++ |
| Eintrittspreis | Θ |
| Gesamtwertung | + |
++ sehr gut; + gut; O befriedigend; Θ ausreichend; - mangelhaft; -- ungen. Die Bewertung der Wasserrutsche(n) zählt doppelt! | |




