
Das AquaMagis liegt im sauerländischen Plettenberg, sehr gut vom Ruhrgebiet aus erreichbar. Seit 2008 ist das AquaMagis in aller Munde, da dort die erste Loopingrutsche Deutschlands und die zweite weltweit zu finden ist. Parkplätze sind vor dem Bad genügend vorhanden und mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Anreise auch gut möglich. Am besten nimmt man dazu den Schnellbus S2 ab Plettenberg Bahnhof bis zur Haltestelle Ohle Kolonie. Von dort aus sind es noch 900 m beschaulicher Fußweg an der Lenne entlang, bevor man am Bad ankommt.
Das sieht doch schon mal ganz gut aus:

Eingangsbereich:


An der Kasse zahlt man den vollkommen angemessenen Eintrittspreis (Tageskarte 9 bzw. 11 Euro) und erhält dann ein Armband mit Chip. Dieser kann außer zum Abschließen des Schrankes auch zum Zahlen in der Gastronomie und zum freien Bewegen in der ganzen Anlage verwendet werden. Geht man mit dem Chip beispielsweise durchs Drehkreuz in den Saunabereich, so wird der entsprechende Betrag aufgebucht und beim Verlassen des Bades kassiert.
Der Umkleidebereich:

Im Barfußbereich findet man dann die Spinde. Um den Schrank zu verschließen, muss man einfach sein Chiparmband vor den Sensor halten, es klackt kurz und der Schrank ist verriegelt.

Im Bad angekommen, blickt man erst einmal aufs Sportbecken:

Hier gibt es Startblöcke und auch ein 1- und 3-Meter-Brett. Man kann übrigens auch einen Sportbad-Tarif zahlen, dann kommt man aber nicht ins Erlebnisbad. Eine gute Möglichkeit, da das Schwimmbad städtisch ist und somit auch die sportlichen Schwimmer zum Bahnenziehen ins AquaMagis kommen können, ohne den deutlich teureren Erlebnisbereich mitzubezahlen. Bis vor kurzem waren die beiden Bereiche noch mit einem Drehkreuz voneinander getrennt, dieses ist aber mittlerweile entfernt worden. Theoretisch KÖNNTE man also auch, wenn man nur fürs Sportbad bezahlt hat, ins Erlebnisbad wechseln. Dies ist allerdings verboten und kostet 15 Euro Strafe.

Wir haben natürlich fürs Erlebnisbad bezahlt und schauen uns dieses mal an. Hauptbecken ist das recht kleine Wellenbecken:

Ansicht von vorne:


Die Wellen sind überraschend hoch, gerade in den umlaufenden Schluchten und Kanälen wird man leicht überspült. Zweimal in der Stunde gibt es im Becken Wellenbetrieb. Ein kleines, aber feines Wellenbecken.
Rechts über dem Wellenbecken erkennt man die neue Rutsche im AquaMagis, die im März 2012 eröffnen wird. Dabei handelt es sich um eine grüne Turborutsche von Klarer mit Fallklappenstart, die rechts neben dem Sole-Außenbecken in einem Anbau enden wird. Die Rutsche ist schon fast fertig, es fehlt lediglich noch das Auslaufbecken sowie die Startkabine.

So sieht die Rutsche bisher aus:

Vier Glaselemente sind eingebaut, danach durchrutscht man Daylight-Ringe:


Ein erster Blick in die Röhre:

Die Rutsche sieht nett aus, wird aber wohl nicht allzu heftig. Die Raketenkabine wird sich genau unterhalb des Daches befinden, und wie man nun schon erkennen kann, ist der freie Fall nach der Klappe sehr kurz. Danach geht die Bahn mit nur sehr wenig Gefälle weiter. Wahrscheinlich wird das Teil ähnlich wie der X-Stream in Duinrell, bloß länger.
Vom Wellenbecken zweigt auch dieser ziemlich heftige Strömungskanal ab:

Dieser verläft auch ein Stück durch eine Grotte:


Piratenschiff für Kleinkinder:

Vor dem Wellenbecken befindet sich ein durch eine Glastür separierter Solebereich, der außerhalb der Ferien ausschließlich für Erwachsene vorgesehen ist:

Das Innenbecken hat Sprudelbänke und ist herrlich warm, leider aber etwas eng:

Über einen Durchschwimmkanal gelangt man auch ins Außenbecken:


Auch hier kann man herrlich entspannen, gerade bei kalten Außentemperaturen ist das sehr angenehm. Sowohl Innen- als auch Außenbecken in diesem Bereich sind mit Salzwasser gefüllt.
Auf der linken Seite des Wellenbeckens befindet sich der interessanteste Teil des Bades: der Anbau mit den Rutschen. Bereits von außen sieht das ganze ziemlich imposant aus:

Das AquaMagis besitzt eine der größten Rutschenanlagen in ganz NRW und sicherlich die größte im Sauerland. Bundesweit bekannt wurde das Bad im Jahr 2008 durch den Bau der allerersten Loopingrutsche in Deutschland. Vorher gab es mit Rafting- und Black-Hole-Rutsche bereits zwei wirklich gute Rutschen.

Der Rutschenturm wurde von innen kürzlich neu gestrichen und wirkt jetzt richtig einladend:

Die Treppen sind mit einem Zwischengeländer geteilt. Die linke Seite ist für die Reifenrutsche gedacht, rechts geht es ganz nach oben zur "Geistert-Bahn" und zur Loopingrutsche. Leider ist es im Rutschenbereich etwas zugig und kalt.
Beginnen wir erst einmal bei der familienfreundlichsten Rutsche, der Reifenrutsche, welche recht weit oben im Rutschenturm startet:


Start, allerdings ohne Ampel:

Rutsche von außen (die untere Bahn):

Bei der Reifenrutsche handelt es sich um eine Rafting Slide von Klarer, welche aus einer übertunnelten Halbschale besteht. Eine vergleichbare Rutsche findet man auch z.B. im Wonnemar Wismar. Die Geschwindigkeit ist recht hoch, leider gibt es kaum Richtungswechsel. Zum Rutschen stehen große und kleine Reifen zur Verfügung. Ich empfehle eher die kleineren, denn diese verkeilen sich nicht so schnell in den Kurven und bremsen daher auch kaum. Man ist dann wirklich sehr flott unterwegs und muss wirklich aufpassen, dass man nicht vom Reifen fällt.
Nach ca. 80 Metern Rutschfahrt gelangt man dann in ein dunkles Zwischenbecken mit Sternenhimmel:


Links durch die Öffnung kommt man ins Becken, rechts rutscht man wieder heraus. Es ist übrigens gar nicht so einfach, das Zwischenbecken zu verlassen, da man eine recht markante Schwelle überwinden muss, auf der man mit dem Reifen fast immer hängen bleibt. Es ist daher so gut wie unmöglich, in einem Rutsch und ohne stehen zu bleiben die ganze Bahn zu rutschen. Nach dem Becken folgt nur noch eine langgezogene Kurve, dann ist die Rutsche zuende.
Dann kommt man nach insgesamt 122 m im Auslaufbecken (links) an:

Und ganz oben im Turm starten dann die anderen beiden Rutschen:

Um es noch ein wenig spannend zu machen, beginnen wir rechts mit der Black Hole:

Die Rutsche wird auch "Geistert-Bahn" genannt, in Anlehnung an den ehemaligen Plettenberger Bademeister Norbert Geistert. Die Schilder, die diesen Namen erklären, sind mittlerweile allerdings verschwunden.
Einstieg:

Die Ampel ist komplett zeitgesteuert und das Intervall sehr lang eingestellt. Wenn man oben am Einstieg bereits das Eintauchen des Vorrutschers im Auslaufbecken hört, dauert es nochmals ziemlich lange, bevor die Ampel auf Grün springt. Das erhöht natürlich die Wartezeiten und ist ein absoluter Kapazitätskiller. Zwei Lichtschranken würden das ganze sicherlich optimieren.
Die Black Hole hat es wirklich in sich! Der Schwierigkeitsgrad Schwarz mag einem vielleicht auf den ersten Blick lächerlich erscheinen, doch er ist wirklich angemessen. Die ganze Rutsche ist ziemlich dunkel, viele Effekte gibt es nicht. Am Anfang gibt es ein paar Blitzer und danach Lauflicht-Leuchtkreise auf dem "Boden" der Röhre. Doch was dann folgt ist wirklich nicht ohne: im Stockdunkeln gibt es einen ziemlich steilen Jump, auf welchen mehrere enge Kurven folgen. Schnelle Rutscher bereuen ihre Geschwindigkeit spätestens an dieser Stelle, denn hier hebt man bei viel Speed ab und donnert nach dem Jump voll in die Kurve rein. Danach gibt es noch eine recht lange Strecke mit Lauflichtringen, bevor man nach einer weiteren dunklen Strecke im Sofa-Landebecken ankommt und dort erstmal auf Tauchstation geht. Eine sehr heftige Black Hole, die eine der heftigsten ihrer Sorte ist. Sie ist auch erst ab 8 Jahren freigegeben. Die Lichteffekte wurden kürzlich allesamt repariert.

Sofa-Auslauf rechts neben dem Auslaufbecken der Reifenrutsche:

Doch dafür sind wir nicht nach Plettenberg gefahren. Das absolute Highlight ist das hier:

Eine gelbe Wasserschleife präsentiert sich dem Besucher:

Die LOOPINGRUTSCHE von Klarer, die im Jahr 2008 ins Bad integriert wurde. In Deutschland ist es die erste Loopingrutsche überhaupt, weltweit die zweite. Ein Element, welches früher der Achterbahn vorbehalten war, ist nun Bestandteil einer Wasserrutsche!

Die Rutsche ist ab 14 Jahren freigegeben und der Rutscher muss zwischen 40 und 100 kg auf die Waage bringen. Schmuck und andere Fremdkörper dürfen in die Rutsche nicht mitgenommen werden und es dürfen nur "sportliche Personen" rutschen. Die Auflagen sind folglich deutlich strenger als auf dem Looping in Köln, wo man bereits mit 10 Jahren rutschen und auch 130 kg wiegen darf.
Man hält sein Chiparmband (wichtig: bei Grünlicht der Ampel) vor den Sensor und kann dann durch das verhängnisvolle Drehkreuz gehen:

Bis Ende 2011 kostete jeder einzelne Rutschvorgang in den NRW-Schulferien, am Wochenende und Feiertagen einen Euro! Glücklicherweise ist dies nun Geschichte, denn seit dem 2. Weihnachtstag fallen für die Nutzung der Rutsche keinerlei Kosten mehr an, sodass man nun endlich ohne Geldsorgen "loopen" kann. Bleibt zu hoffen, dass die neue Rutsche am Wellenbecken am Anfang nicht auch Geld kostet...
Die größte Überwindung der Loopingrutsche ist sicherlich der Start, der im Gegensatz zur Anlage in Köln ohne Raketenstart (Falltür) funktioniert:


Man setzt sich auf die Kante (schaut dabei aber am besten nicht nach unten), hält sich an der Stange fest und lässt sich in die fast senkrechte Rutsche hängen. Danach lässt man los und man fällt 12 m in die Tiefe. Mutige können auch mit Schwung direkt hineinspringen. Von außen sieht das nur halb so schlimm aus...

...aber wenn man dann oben steht und nach unten blickt, muss man erst einmal kräftig schlucken. Leider gelingt es nicht, diese unglaubliche Höhe auf einem Foto einigermaßen realistisch herüberzubringen. Live wirkt das ganze etwa doppelt so hoch wie das hier:

Wer jetzt Angst bekommt, kann den Buzzer drücken und auf den Bademeister warten, der einen dann wieder rauslässt. Das ist aber ziemlich peinlich und alle Badegäste kriegen es mit... also Augen zu und durch!
Das Steilstück ist eine echte Überwindung. Hat man diese gepackt, so saust man mit einer Mordsgeschwindigkeit nach unten. Unten angekommen rutscht man direkt wieder bergauf in den Looping. Dort verliert man merklich an Geschwindigkeit, ist aber immer noch ziemlich schnell. Im Looping funktioniert die Bewässerung mittels Wasserdüsen, die mit einem ziemlich hohen Druck recht kaltes Wasser auf den Rutscher niederregnen lassen.
Nachdem man den Scheitelpunkt des Loopings passiert hat, beschleunigt man wieder und durchrutscht dann eine recht enge Kurve in Richtung Landebecken. In dieser Helix bekommt man jede Menge Wasser ins Gesicht geknallt, was in den Augen unangenehm werden kann, und die G-Kräfte werden ziemlich stark. Die Kurve kann man hier gut erkennen:

Danach folgt noch eine ziemlich lange Strecke mit Daylight-Ringen und -Punkten, um Geschwindigkeit abzubauen, bevor man sanft im Keller des Bades landet:

Dort bekommt man direkt seine Rutschzeit sowie den bisherigen Rekord angezeigt. Um den Landebereich zu verlassen, muss man wieder ein Drehkreuz passieren. Dieses ist jedoch so lange blockiert, bis man den roten Buzzer direkt daneben betätigt hat. Erst wenn der Rutscher durchs Drehkreuz gegangen ist, schaltet die Ampel oben am Einstieg wieder auf Grün.
Die Loopingrutsche ist die wohl beste Rutsche, die es derzeit in NRW gibt. Die Rutsche ist auch deutlich besser als der AquaLoop in Köln, zumindest von der reinen Rutschfahrt her. In Köln ist der Raketenstart besser, allerdings die Rutsche danach eher langsam im Vergleich zu dieser hier. Die Rutsche in Plettenberg ist durch die Kurve nach dem Looping sehr heftig. Eine brutale Erfahrung, aber Adrenalin pur!
Die Alters- und Gewichtsbeschränkungen haben alle ihren Grund. Liegt man außerhalb der Gewichtstoleranz, muss man damit rechnen, dass man den Looping nicht schafft. Doch auch ordnungsgemäße Rutscher können manchmal Pech haben und den Looping nicht bis zum Scheitelpunkt schaffen, sodass sie zurückrutschen und im tiefsten Punkt der Rutsche festsitzen, z.B. wenn sie stark bremsende Badekleidung tragen. Abhilfe schafft die Notklappe, die vom Badepersonal dann sofort geöffnet und der Rutschbetrieb gestoppt wird:


Soweit die bisher existierenden Rutschen. Doch das war noch nicht alles:

Bis zum Frühjahr 2012 entstehen drei weitere Rutschen im AquaMagis. Zum einen die bereits am Anfang erwähnte Turborutsche mit Raketenstart, zum anderen eine Magic Eye und eine Triple Slide. Hier mal im Detail alle Neuerungen und Erweiterungen, die dieses Jahr auf uns zukommen:
- 50 m Turborutsche mit Fallklappenstart
- 120 m Magic Eye
- Kinderbecken mit Triple Slide
- Überdachung des Freibades
- neue Saunen
- Errichtung einer Relax-Welt mit Salz-Lounge u.a. (bereits eröffnet)
- Ausbau des Fitnessbereichs
Unter der Loopingrutsche lagen auch schon Teile des Landebeckens:



Fazit: TOP BAD! Die Eintrittspreise sind wirklich human und es wird sehr viel geboten. Die absolut überragende Loopingrutsche rechtfertigt für Rutschfans bereits den Besuch, aber man sollte am besten unter der Woche außerhalb der Ferien das Bad besuchen, sodass es etwas leerer im Bad ist. Auch die beiden anderen Rutschen sind spitze und das ganze Bad ist sehr sauber. Das alles zum günstigen Preis. Es gibt eigentlich keinerlei Kritikpunkte... also können wir dieses Bad guten Gewissens empfehlen und als eines der besten Bäder oder sogar DAS beste Bad in NRW bezeichnen!
| Bewertung (Schulnotensystem) | |
|---|---|
| Gestaltung / Theming | + |
| Vielfalt der Wasserangebote | + |
| Hygiene | ++ |
| Temperatur | + |
| Rutschen | ++ |
| Gastronomie | + |
| Umkleiden | ++ |
| Sanitäre Anlagen | + |
| Personal (Bademeister) | ++ |
| Personal (Kasse) | ++ |
| Eintrittspreis | + |
| Gesamtwertung | ++ |
| ++ sehr gut; + gut; O befriedigend; Θ ausreichend; - mangelhaft; -- ungen. Die Bewertung der Wasserrutsche(n) zählt doppelt! | |



