
Letzte Station auf unserer Bayern-Tour war das Alpamare in Bad Tölz, etwa eine Autostunde von München entfernt. Der Weg nach Bad Tölz ist kein Problem und ab der Ortseinfahrt ist das Alpamare bereits ausgeschildert. Es gibt kostenlose Parkplätze, welche allerdings etwas abseits des Alpamare liegen. Wer direkt vor dem Bad parken möchte, muss dafür zahlen.
Alpamare von außen:

Die Eintrittspreise sind in unseren Augen stark überzogen. Eine Tageskarte kostet 34 Euro an Normaltariftagen! Lediglich unter der Woche und in der Nebensaison bekommt man die Karten zum ermäßigten Tarif, nämlich für 25 Euro. Doch auch dies ist nach wie vor extrem überteuert. Ich frage mich, wie man das Bad halten kann, denn einen solchen Eintrittspreis können viele gar nicht bezahlen: ist man z.B. zu dritt im Alpamare, ist man schon über 100 Euro los. Dementsprechend leer war es dann auch im Bad.
Der Umkleidebereich im Untergeschoss ist sauber:

Die Duschen haben eine etwas seltsame Form, sind aber funktional und auch angenehm. Pluspunkt: an jeder Dusche befindet sich ein Spender für Duschgel und Shampoo, welches man kostenlos nutzen kann. Eine wirklich gute Idee!
Die Treppe hoch kommt man dann ins Erdgeschoss des Bades. Vorbei an einem Entspannungsbecken für Wassergymnastik (kein Foto) kommt man dann in die Halle mit dem Wellenbecken:

Das ganze nochmal in Betrieb:

Direkt an die Halle schließt sich ein weiterer Raum an. Dort steht die Indoor-Surfanlage "Endless Peak":

Die Anlage ist in geregelten Zeitabständen in Betrieb. Die Benutzung kostet extra, allerdings nur drei Euro pro Stunde. Das ist eigentlich angemessen; bei anderen Anlagen zahlt man durchaus mehr.
Die Außenanlage ist mehr auf Wellness ausgelegt. Man muss aber wirklich sagen, dass es sehr schön gemacht ist und man sich hier gut entspannen kann:



Aber jetzt geht es erst einmal wieder in den Innenbereich. Denn durch diese Drehtür kommt man zu den Rutschen!

Der Rutschenbereich ist groß, wirkt aber etwas dunkel. Alle Rutschen (bis auf Gaga und Thriller) verlaufen komplett im Innenbereich:

Die erste Rutsche ist nicht besonders hoch. Es handelt sich um einen Crazy River mit dem Namen "Alpa Bob":

Die Rutsche hat einen Doppelstart. Beide Startteile münden nach wenigen Metern in ein Rundbecken:

Die weißen Reifen sind etwas zu breit für den ersten Teil, somit kommt man kaum vorwärts. Aufstehen darf man aber auch nicht, wobei dies eigentlich unvermeidbar ist.
Die Rutsche ist schön in eine Felslandschaft eingebettet:

Verlauf von Alpa Bob:

Landebecken:

Uns hat die Rutsche jetzt nicht soooo überzeugt. Sie ist zwar schön lang (wenn auch niemals 330 Meter, wie es das Bad angibt), ist aber eher langsam. Zwischendurch sind einige lustige Strömungen verbaut, aber hier fehlt etwas das Theming (wie z.B. im Aqualand Köln). Durchschnittliche Rutsche, die anderen Rutschen waren besser.
Über eine andere Treppe kann man vier weitere Rutschen erreichen:


Auf der linken Seite starten Cobra Tunnel und Alpa Run, zwei Mattenrutschen:


Ganz links befindet sich Cobra Tunnel:

Cobra Tunnel ist eine Black Hole, wobei diese Rutsche früher soweit ich weiß mal offen war und damals noch "Cobra" hieß. Nun befinden sich viele Lichteffekte in der Rutsche. Zuerst Glasfaserlichter in Form einer Kobra, dann ein Wasservorhang mit Projektion (richtig super). Danach gibt es noch Blinkeffekte, bunte Lichter am Boden der Röhre und Lauflichtringe. Als Körperrutsche ist man schon recht flott unterwegs und kurz vor Ende rutscht man über die Mittelnaht hinaus, was etwas unangenehm ist. Mit Speedmatte ist die Rutsche noch lustiger: in den Kurven überschlägt man sich fast und durch die Schaumstoffmatte flitzt man noch schneller über die Rutschfläche.
Cobra Tunnel von außen:

Rechts neben Cobra Tunnel startet Alpa Run:

Das Röhrengewirr der Alpa Run:

Die Rutsche startet mit einem steilen Drop, wodurch man viel Speed aufbaut. Danach folgen sehr viele, zum Teil auch sehr enge, Kurven, bei welchen man sehr stark hochschwingt. Viele Richtungswechsel und teilweise Tunnelabdeckungen machen diese Rutsche verdammt interessant. Mit Speedmatten geht das Teil noch mehr ab und ist fast schon zu heftig. Am Ende wird die Rutsche etwas langsamer und man wird sanft im Flachauslauf abgebremst. Super Rutsche!
Auslauf von Alpa Run (rechts) und Cobra Tunnel (links):

Doch es geht noch schneller. Auf der rechten Seite starten die beiden Alpa Canyons:


Die beiden Canyons sind zwei parallel laufende Kamikaze-Rutschen, jeweils 50 Meter lang. Der rechte der beiden Canyons war leider bei unserem Besuch gesperrt:

Beide Rutschen nebeneinander:

Das Gefälle am Anfang:

Flachauslaufbecken mit Drehkreuz:

Beim Eintauchen gibt es eine riesige Fontäne, sieht immer sehr lustig aus, wenn Umstehende die volle Ladung Wasser abkriegen :D Entgegen vieler Berichte fand ich die Fugen des Canyons übrigens sehr angenehm. An und nach der Welle kann man unter Umständen Airtime bekommen, wenn man mit viel Schwung losrutscht. Eine wirklich gute Kamikaze-Rutsche, schade, dass nur eine in Betrieb war. Die Geschwindigkeit ist überraschend hoch und am Ende geht man auf Tauchstation.
Über eine andere Treppe geht es dann, mit Doppelreifen bewaffnet, bis ganz nach oben in den Rutschenturm. Dort starten die neusten Rutschen des Alpamare: Gaga und Thriller:

Links beginnt Gaga, eine ziemlich verrückte Reifenrutsche. Immerhin wurde es hier wirklich schön gestaltet:

Einstieg:

Der erste Teil der Rutsche ist eine geschlossene, dunkle Röhre. Hier gibt es am Anfang Lauflichtringe und Sternenhimmel. Dann rutscht man durch einen Wasserfall kurz ins Freie und dann durch diese Krake wieder in eine geschlossene, dunkle Röhre:

In dieser Röhre befinden sich einige Blinkeffekte, bevor man in einer Halbschale mit transparenter Abdeckung weiterrutscht. Man rutscht durch eine Waschanlage (!) und einen eiskalten Wasservorhang. Nach einigen weiteren Kurven folgt ein weiterer kalter Sprühnebel von oben:

Dann ist die 180 Meter lange Fahrt zuende und man landet nach einem weiteren Wasserfall im Auslauf:

Reifenlager:

Rechts neben Gaga startet Thriller, ebenfalls eine Doppelreifenrutsche. Da musst Du durch!

Einstieg:

Schon im Einstieg ertönen gruselige, sehr laute Soundeffekte. Die Rutsche ist im Inneren stockdunkel und extrem spannend. Am Anfang blinken einige Glasfaserfiguren, Lichtpunkte, Lauflichtringe und Schriftzüge ("Danger") auf. Danach rutscht man durch einen Wasservorhang mit Projektion, einen weiteren Wasserfall und Blinkeffekte. Darauf folgt eine komplett dunkle Passage mit einem extrem harten Wasserfall, den man so gut wie gar nicht kommen sieht. Am Ende gibt es dann noch ein paar Lichtringe, bevor man mit einem großen Platsch im Auslauf landet.
Thriller von außen:


Die Rutsche endet links neben Gaga:


Fazit: Abgesehen von dem absolut übertriebenen Eintrittspreis ist das Alpamare wirklich super. Zwar merkt man gerade dem Rutschenbereich sein Alter an, aber gerade dadurch sind die Rutschen so klasse. Ältere Rutschen sind fast immer heftiger als die neueren, und das bestätigt sich hier. Dennoch könnte eine Renovierung dem Bad nicht schaden. Der größte Kritikpunkt ist wie gesagt der Eintrittspreis, sonst ist es eine klare Empfehlung! Super Rutschen und auch viele Angebote zur Entspannung findet man im Alpamare.
| Bewertung (Schulnotensystem) | |
|---|---|
| Gestaltung/Theming | O |
| Vielfalt der Wasserangebote | + |
| Hygiene | + |
| Temperatur | ++ |
| Rutschen | ++ |
| Gastronomie | n.b. |
| Umkleiden | + |
| Sanitäre Anlagen | + |
| Personal (Bademeister) | + |
| Personal (Kasse) | ++ |
| Eintrittspreis | - |
| Gesamtwertung | + |
| ++ sehr gut; + gut; O befriedigend; Θ ausreichend; - mangelhaft; -- ungen. Die Bewertung der Wasserrutsche(n) zählt doppelt! | |






